Im Wechsel der Akkorde
Thema: MIDI

Charlielab Digitar

Die Digitar von Charlielab habe ich seit 1995, kurz nach der Musikmesse. Charlielab DigitarEs gab damals von TSI (dem deutschen Vertrieb) eine Sonderaktion auf der Frankfurter Musikmesse, bei der man einen nennenswerten Betrag gegenüber der unempfindlichen Preisempfehlung von 790,- DM sparen konnte. Die Digitar ist ein MIDI-Controller, d.h. alles was sie macht ist MIDI-Daten erzeugen oder verändern. Seinerzeit war ich (schon mal) auf dem MIDI-Controller-Trip. Ich war davon überzeugt, dass man mit elektronischen Tonerzeugern lebendige und dynamische Musik fabrizieren kann, solange man nur die richtigen Spielhilfen zur Verfügung hat. Der Ansatz von Charlielab war, dass man auf einem Keyboard nicht gut Gitarre spielen kann. Oh, natürlich kann man einen Gitarrensound auf dem Synthesizer anwählen und über die Tastatur entsprechende Töne erzeugen. Trotzdem hört sich das noch nicht wirklich nach Gitarre an. Das liegt zum Einen am Voicing. Mit den sechs Saiten einer Gitarre sind diese, auch wenn sie in verschiedenen Lagen gespielt werden, charakteristisch. Davon weiß ein Keyboarder im Normalfall nicht viel. Zum Anderen sind die Anschlagtechniken der Gitarre (auf- und abwärts geschlagene Akkorde, Picking, usw.) nur schwer auf dem Keyboard nachzuempfinden.

Mit der Digitar sollen (kurz gesagt) per MIDI-IN zugeführte Akkorde zu einem gitarrentypischen Voicing und durch die Bearbeitung der (den Gitarrensaiten nachempfundenen) Metallstäbchen zu gitarrentypischen Anschlagtechniken gewandelt und auf MIDI-OUT ausgegeben werden. Wozu das Ganze? Wenn man Gitarre braucht, würde der Gitarrist einfach seine Gitarre nehmen. Es gibt aber Situationen wo es wünschenswert ist, den Output nicht (gleich) als Audio zu bekommen sondern statt dessen als MIDI-Daten. Sicher ist das bei der Erstellung eines MIDI-Songs mit Gitarrenspur als Zielformat (der als solcher zum Beispiel anderen Nutzern zugänglich gemacht werden soll) so. Auch die Suche nach neuen Klangmöglichkeiten kann Motivation dafür sein, sich die Welt der Synthesizer über MIDI zu erschließen. Wenn aber ein Gitarrist MIDI-Daten braucht, nimmt er eine Gitarre und ein Guitar-to-MIDI-Interface (wie z.B.: Axon AX 50 oder Roland GI-20), wahrscheinlich eher keine Digitar. Die angepeilte Anwendergruppe der Digitar waren sicher die Tastenspieler. Sie erhalten damit eine Möglichkeit ihre Spieltechnik in Richtung Gitarre zu erweitern. Das ganze funktioniert sowohl live (indem man zum Beispiel auf einer Tastatur mit der linken Hand Akkorde greift die per MIDI an die Digitar geschickt werden um dort mit der rechten Hand „zerhackt“ zu werden - dazu kann man sich die Digitar um den Bauch schnallen) als auch über einen Sequenzer (die MIDI-Akkordspur wird an die Digitar geschickt und das bearbeitete Ergebnis wird auf einer anderen MIDI-Spur aufgezeichnet).

Mit der Digitar wurde m.E. ein durchdachtes Konzept überzeugend umgesetzt. Die Reaktionsgeschwindigkeit ist für „Echtzeitspiel“ geeignet. So ganz ernst kann man die Digitar jedoch als echten Gitarrenersatz nicht nehmen. Sie liegt irgendwo zwischen den Welten. Es ist auf jeden Fall mal etwas anderes, bringt Abwechselung und macht außerdem noch Spaß. Um mal einen Eindruck von der Digitar zu vermitteln habe ich ein bisschen darauf rumgeschrammelt, dazu ein paar (eingebaute) Demoakkorde genutzt und verschiedene Presetsounds damit angesteuert:

Demo Digitar Sound Yamaha EX5R EX Guitar Yamaha EX5R EX Guitar
Demo Digitar Sound Yamaha EX5R Comp Strat Yamaha EX5R Comp Strat
Demo Digitar Sound Yamaha EX5R Strat 4-Way Yamaha EX5R Strat 4-Way

Natürlich müssen es nicht immer Gitarrenimitate sein. Hier ein paar andere Beispiele:

Demo Digitar Sound Yamaha EX5R Funk DX Yamaha EX5R Funk DX
Demo Digitar Sound Yamaha EX5R RandyRoads Yamaha EX5R RandyRoads
Demo Digitar Sound Roland JV1080 AfroPerc Roland JV1080 (World Exp. Board) AfroPerc

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angetestet 3. Teil: Roland GW-7

Effekte

“Der GW-7 besitzt drei Effektblöcke: Reverb, Chorus und Multi-Effekte (MFX).” weiss die Bedienungsanleitung zu berichten. Allerdings steht auch in der Bedienungsanleitung, dass der Chorus-Effekt nur nutzbar ist, wenn der MFX-Block deaktiviert ist. Wozu also 3 Effekte, wenn doch nur 2 gleichzeitig nutzbar sind? Neben dem Marketing-Aspekt (drei Effektblöcke!) könnte die Antwort im Effekt-Routing zu finden sein. Darüber liest man in der Bedienungsanleitung jedoch nichts. Reverb und Chorus scheinen globale Send-Effekte zu sein, die von allen Parts per Send-Volume genutzt werden können. Die Effekt-Summe wird der Keyboardsumme zugemischt. Dem gegenüber ist wohl der MFX als Insert-Effekt realisiert, der nur einem Part (und zwar dem Haupt-/Keyboard-Part) zur Verfügung steht. Was auch nicht in der Bedienungsanleitung steht ist die Tatsache, dass diese Einschränkung (Chorus nur nutzbar wenn MFX ausgeschaltet ist) für einen Tone (oder besser Part) gilt. GW-7 Effekt-SendsInteressant ist die Sache immer dann, wenn außer dem Haupt-/Keyboard-Part noch andere Parts genutzt werden: zum Beispiel im DUAL-Mode, im SPLIT-Mode oder im SONG-Mode. Dann kann man nämlich den Haupt-/Keyboard Part mit Reverb und MFX nutzen und (einen) andere(n) Part(s) mit Reverb und Chorus. Natürlich kann zeitgleich nur ein Reverb-Type und ein Chorus-Type eingestellt sein. Damit sind aber in Summe wieder drei Effektblöcke gleichzeitig aktiv. Aha. GW-7 EffekteDirekt kann man zwei Parameter (für einen/den aktiven Part) über die C1- und C2-Regler auf der Bedienoberfläche steuern: Reverb-Send und Chorus-Send. Indirekt (über das Menü EFFECTS) kann man noch weitere Parameter einstellen. Alle Effekt-Parameter sind im EFFECTS-Menü zusammengefasst. Sie werden aber in unterschiedlichen Situationen mit abgespeichert. Das hat mich anfangs eher verwirrt. Ich habe dann für mich mal folgende Übersicht entwickelt, welche Parameter in welchen Modes gespeichert werden:

global
- Tone MFX (on/off, bestimmt ob der MFX beim Wechsel des Tones verändert wird)

Tone
- MFX (off, Type)
- Cho Main (Send-Volume des Haupt-/Keyboardpart für Chorus-Effekt)
- Rev Main (Send-Volume des Haupt-/Keyboardpart für Reverb-Effekt)

Performance
- Chorus (off, Type)
- Cho Dual (Send-Volume des zweiten Tone im Dual-Mode für Chorus-Effekt)
- Cho Split (Send-Volume des Lower Part im Split-Mode für Chorus-Effekt)
- Reverb (off, Type)
- Rev Dual (Send-Volume des zweiten Tone im Dual-Mode für Reverb-Effekt)
- Rev Split (Send-Volume des Lower Part im Split-Mode für Reverb-Effekt)

Nicht überraschen kann hingegen, dass der Reverb-Effekt verschiedene Reverbs (Room 1-3, Hall 1-2, Plate, Delay, Pan Delay) und der Chorus verschiedene Chorüsse (Chorus 1-4, Feedback Chorus, Flanger, Short Delay, Short Delay Feedback) bereitstellt. Die MFX-Liste ist da etwas länger (47 Typen). Neben verschiedenen Einzeleffekten (Enhancer, Overdrive, Distortion, Phaser, Auto Wah, Rotary, Flanger, Compressor, Limiter, Chorus, Tremolo, Delay, Gate, Pitch) gibt es ein paar in Reihe (z.B. Overdrive -> Delay) und parallel (z.B. Chorus und Flanger) geschalteter Kombinationseffekte.
Die Klangqualität der Effekte würde ich als durch die Bank brauchbar einschätzen. Trotz der stark eingeschränkten Parametrierbarkeit der Effekte stellen sie keine Schwachstelle für das GW-7 dar.

D Beam Controller

Der D Beam Controller ist eine Einrichtung von nebeneinander angeordnetem Infrarot-Sender und Empfänger, der auf das Umlenken (also die Reflektion) des Infrarotstrahls zum Empfänger (zum Beispiel durch eine darüber gehaltene Hand) reagiert. Das funktioniert auch in unterschiedlicher Stärke - also bezogen auf die empfangene Lichtmenge. GW-7 D Beam ControllerDie durch den D Beam Controller ausgelösten Ereignisse sind zwei Assignable-Tastern zuweisbar, von denen immer nur einer aktiv sein kann. Sind beide Taster deaktiviert (leuchten nicht) ist der Controller ausgeschaltet. Als zuweisbare Ereignisse stehen eine Reihe von fragwürdigen Geräuschen (Trommelwirbel, Blubberblasen, Wasserfall, Explosion, Pistolenschuss, Schrei, Vogelgezwitscher, Hundegebell, Lachen, Beifall u.ä.) zur Verfügung. Es können aber auch Modulation (identisch mit Modulationshebel), Bend Up/Down (Tonhöhenmodulation), Expression (identisch mit Expression-Pedal, also letztlich die Lautstärke), Fill (identisch mit Fill-Taster) und Fade out (Lautstärke geht gegen null) zugewiesen werden. Die Spieleffekte (z.B. Trommelwirbel) können in einem Song nicht aufgezeichnet werden. Andere Ereignisse, die selbst auf MIDI-Parameter wirken, werden aufgezeichnet und auch über MIDI ausgegeben. Nettes Spielzeug.

siehe auch:
Komponierhilfe gesucht…
angetestet: Roland GW-7
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angetestet 2. Teil: Roland GW-7

Backing

GW-7Die Begleitautomatik wird beim GW-7 als Backing bezeichnet. Meinetwegen; immer noch einfacher als Accompaniment. Was die virtuelle Band hierbei spielen soll ist in einem Style abgelegt. Von diesen Styles hat das GW-7 immerhin 110 verschiedene fest eingebaut (Preset Styles). Weitere Styles (stl-Format) können über USB auf das GW-7 übertragen werden. Sie sind (nach interner Konvertierung) dann als User-Styles aufrufbar. Das mit jedem Style voreingestellte Tempo kann verändert werden. Beim Aktivieren des Backing Track wird die Tastatur geteilt (bei C4) – auf der linken Seite gibt man der Begleitautomatik dann die Akkorde vor und auf der rechten Seite spielt man den Solopart (mit dem gewählten Tone).
Für die Akkorderkennung gibt es laut Bedienungsanleitung nun drei verschiedene Möglichkeiten, die über das Menu (Chord Mode) einstellbar sind. Bei der ersten Möglichkeit (Chord Mode off) wird der Akkord exakt aus den gespielten Noten gebildet. Hier gibt es bei der Akkordbildung keine Einschränkungen.
Im Mode 1 wird die Roland Chord Intelligence angewandt. Dazu gibt es eine Übersicht in der Bedienungsanleitung. GW-7 Akkord-DisplayAngefangen von Dur-Akkorden, die mit dem Grundton erzeugt werden können (Note C = C-Dur), über Dur-Akkorde mit Septime oder großer Septime, verminderten Dur-Akkorden und Moll-Akkorden die mit dem Grundton und einer weiteren Note gegriffen werden können (Noten C und Bb = C7, Noten C und B = CM7, Noten C und Gb = Cdim, Noten C und A = Cm) bis zu Moll-Akkorden mit Septime oder großer Septime die mit dem Grundton und zwei weiteren Noten erzeugt werden (Noten C und Eb und Bb = Cm7, Noten C und Eb und B = CmM7) ist hier einiges möglich. Weitere Akkorde werden einfach im Original gegriffen (Noten C, F, G, Bb = C7sus4).
Mode 2 ist m.E. die zu anderen Begleitautomatiken kompatible Variante mit Einschränkungen für erweiterte Akkorde. So kenne ich das jedenfalls noch von einem uralten Bontempi-Keyboard und bei meinem ersten Yamaha-Keyboard war es auch so. Das funktioniert kurz gesagt so: Dur-Akkorde werden durch den Grundton gespielt (Note C = C-Dur), Moll-Akkorde werden durch den Grundton plus der schwarzen Taste links daneben gebildet (Noten C und Bb = C-Moll), Dur-Akkorde mit Septime kann man mit dem Grundton und der weißen Taste links daneben erzeugen (Noten C und B = C7), Moll-Akkorde mit Septime werden durch den Grundton plus der schwarzen und der weißen Taste links daneben erreicht (Noten C und B und Bb = Cm7). Mehr geht hier nicht.

Für die Begleitung gibt es unterschiedliche Muster oder Phrasen: Intro (Einleitung), Original (z.B. Strophe), Fill In (welches von Original zu Variation überleitet und umgekehrt), Variation (z.B. Refrain) und Ending (Schlussphrase). Hier haben andere Keyboards oft deutlich mehr zu bieten indem für jedes Muster mehrere Alternativen bereitgestellt werden. Das wäre sicher für den ambitionierten Entertainer (der ich nicht bin) auch unverzichtbar. Ein wenig darüber hinweg tröstet dabei die Möglichkeit, die Begleitband auf Knopfdruck „auszudünnen“. Das erledigt man durch die Wahl des BAND TYPE. Standardeinstellung ist FULL, weniger ist COMBO, noch weniger ist DRUMS & BASS. Dieses Feature gefällt mir doch sehr.
Nachfolgend ein paar Beispiele, damit ihr einen Eindruck davon bekommt. Zu hören ist nur die Begleitautomatik in der jeweiligen Einstellung. Ich habe immer mit dem Intro begonnen, ein paar Takte mit der Original-Phrase gespielt, mit dem Fill In zur Variation übergeleitet und letztlich mit dem Ending aufgehört.

Preset Style ElecRock:
Demo Roland GW-7 Style ElecRock Drums and Bass Band Type: Drums & Bass
Demo Roland GW-7 Style ElecRock Combo Band Type: Combo
Demo Roland GW-7 Style ElecRock Full Band Type: Full

Preset Style Hip ‘n Hop:
Demo Roland GW-7 Style HipnHop Drums and Bass Band Type: Drums & Bass
Demo Roland GW-7 Style HipnHop Combo Band Type: Combo
Demo Roland GW-7 Style HipnHop Full Band Type: Full

Die Preset-Styles empfinde ich schon mal als sehr vielseitig und oft auch als brauchbar. Interessant und wichtig ist auch die Möglichkeit User-Styles nachladen zu können. Im Lieferumfang des Keyboards enthalten ist ein Style-Konverter-Programm, welches SMF-MIDI-Dateien zu Styles konvertiert. Damit werde ich mich noch eingehender in einem späteren Artikel beschäftigen.

Performance

Was beim GW-7 Performance heißt wird andernorts Registrierung genannt, was m.E. zielführender ist. Demnach ist darunter die Speicherung einer kompletten Einstellung des Keyboards zu verstehen. Um genau zu sein werden Style, Band Type, Tempo, Tone, bestimmte Effekteinstellungen, und Keyboard Touch (Velocity On bzw. fester Wert) gespeichert. Wenn man also die Zusammenstellung der genannten Einstellungen zur Zufriedenheit abgeschlossen hat, kann man diese als User-Performance speichern und auf Knopfdruck wieder hervorholen. Unglücklicher Weise wurden dem GW-7 nur 32 Speicherplätze für User-Performances mitgegeben. Und noch unglücklicher: man kann sie auch nicht über USB sichern oder austauschen. Bleibt höchstens die Möglichkeit über MIDI Bulk Dump. Die fest eingebauten 110 Preset-Performances betrachte ich als Anregungen und als solche sind sie es Wert, ausprobiert zu werden.

Die Song-Funktion

Es gibt (wenn man so will) im GW-7 einen Preset-Song – nämlich den Demo-Song. Dieser wird jedoch nicht über den Song-Mode aktiviert, sondern über die Tastenkombination SHIFT + EXIT. Da man dieses Kunstwerk meiner Meinung nach nicht gehört haben muss, will ich kein weiteres Wort darüber verlieren. Ein Song entsteht durch die Aufnahme der in Echtzeit gespielten Noten (einschließlich ggf. laufendem Backing) in einem Sequenzer mit 16 Spuren. Wobei ich mit Echtzeit das eingestellte Tempo meine. Es ist natürlich möglich das Tempo für die Aufnahme langsamer einzustellen um das Einspielen anspruchsvoller Parts zu erleichtern und den Song dann in einem schnelleren Tempo abzuspielen.
Jede Aufnahme landet zunächst im temporären Song (Sng00). Möchte man die Aufnahme für die Nachwelt erhalten, muss diese in einem der 99 User Songs gespeichert werden. Ansonsten ist er beim Ausschalten des Gerätes für immer verloren. Das Laden eines bereits gespeicherten Songs überschreibt die Daten des temporären Songs. Songs können genau wie die Styles über USB vom und zum Rechner übertragen werden. Sie tragen die Dateiendung SMF. Übrigens können auch MIDI-Dateien auf das GW-7 übertragen und abgespielt werden.
Für die Aufnahme gibt es vier Modi: ALL (es wird auf allen Spuren aufgezeichnet, also Backing und Keyboard-Part), KBD (nur der Keyboardpart wird aufgenommen). Diese Modi sind zur Aufnahme eines neuen Songs vorgesehen. Für einen bereits aufgezeichneten Song stehen die Modi SINGLE (Aufnahme bzw. Überschreiben einer wählbaren Spur) und PUNCH (Aufnahme bzw. Überschreiben einer Passage einer wählbaren Spur) zur Weiterentwicklung oder Ausbesserung des Songs bereit. Einen Step-Modus, der die Eingabe von Noten ohne den im Tempo laufenden Sequenzer ermöglicht, gibt es nicht (von einem MIDI-Event-Editor mal ganz abgesehen). Durch das Backing und den Keyboardpart werden nicht alle 16 Spuren belegt. Mindestens die Spuren 12 bis 15 stehen ergänzenden Eigenkreationen zur Verfügung. Im Sequencer werden für das Backing die Noten und nicht nur die Steuerinformationen aufgezeichnet. Ein Indiz dafür ist, dass der Style als auch der Band Type nachträglich nicht mehr änderbar sind. Vielmehr haben die Band Type Taster eine andere Funktion. Mit ihnen können drei (vorbelegbare) Spuren stummgeschaltet werden. Standardmäßig sind das die Spuren 10 (Backing Drums, Taster BRUMS & BASS), 1 (Backing 1, Taster COMBO) und 2 (Backing Bass, Taster FULL). Die Taster für die Anwahl des Backing Musters erfüllen im Song Mode auch eine andere Aufgabe, nämlich Setzen der Marker A und B, Wiederholen des durch die Marker A und B markierten Bereichs, Rücksetzen zum Songanfang, taktweises Rück- und Vorspulen. Diese Funktionen sind mit Song Control unterhalb der Taster beschriftet.
Mit der Weiterverarbeitung der MIDI-Song-Dateien in meiner DAW werde ich mich demnächst beschäftigen und sicher auch etwas dazu schreiben.

Soweit für heute. Demnächst geht es noch um die Effekte und den D Beam Controller sowie die Style-Konvertierung und die Weiterverarbeitung der aufgezeichneten MIDI-Dateien.

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angetestet 3. Teil: Roland GW-7

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angetestet: Roland GW-7

Roland GW-7
Äußerlichkeiten

Am Freitag ist das GW-7 nun angekommen. Gut verpackt hat es den Transport unbeschadet überstanden. Mit 5 kg Gewicht ist das Keyboard ohne weiteres leicht zu transportieren - das kommt mir sehr entgegen. Dem ausgepackten Gerät sieht man an, dass es gerade erst 4 Monate alt ist – kein Kratzer, nichts. Schick ist es auch, finde ich. Aber das ist eher Geschmackssache. Starten wir also zu einem kleinen Rundgang.
Zuallererst: Lautsprecher sucht man hier im Gegensatz zu den meisten Keyboards mit Begleitautomatik vergebens – in meinen Augen bzw. Ohren kein Nachteil. Die 61 Tasten sind eher straff gefedert und für mich gut bespielbar. Die Tastatur ist anschlagdynamisch, hat aber keinen Aftertouch. Die Charakteristik der Anschlagdynamik kann nicht angepasst, nur komplett abgeschaltet werden. Pitch und Modulation sind (Roland-typisch) statt mit separaten Rädern in einem kombinierten Bender/Modulations-Hebel realisiert. Die Bedienung dieses Hebels bedurfte bei mir einer gewissen Gewöhnung, war dann aber gut – allerdings durch die kurzen Wege nicht zu präzise - zu handhaben. Soweit mein Erkenntnisprozess vorangeschritten ist, kann die Modulation (vertikale Achse des Hebels) ausschließlich auf die Tonhöhe (Vibrato) angewendet werden (Ausnahme: wenn als Multieffekt Rotary eingestellt ist, wird auch die simulierte Drehgeschwindigkeit gesteuert) und das ergibt in meinen Ohren meist ein schreckliches Geleier. GW-7 Bedienfeld linksOb und in wie weit der D Beam Controller (links oben im Bedienfeld) diese Situation verbessern kann, werden wir noch sehen. Die größeren Taster des Bedienfeldes kenne ich bereits von anderen Roland-Geräten. Sie vermitteln beim Betätigen einen wertigen Eindruck. Das VALUE-Rad fällt da etwas ab, funktioniert aber zuverlässig. Die restlichen, kleineren Taster sind ein bisschen wackelig. Die Regler (Volume, C1, C2) laufen satt und nicht zu leichtgängig. Das LCD ist hell und gut abzulesen. GW-7 DisplayDer Kontrast ist einstellbar, allerdings nicht in direktem Zugriff sondern über ein dreistufiges Menu. Im oberen Drittel des Displays werden die aufgerufenen Programme (Tone, Style, Performance, Song) in großer Schrift angezeigt. Im linken unteren Teil des Displays ist eine Tastatur-Grafik abgebildet, auf der die von der Begleitautomatik wiedergegebenen Akkorde mit Punkten angezeigt werden. Darüber wird das Akkordsymbol dargestellt. Rechts daneben wird die Taktnummer (im Song-Mode), das Tempo (Beats per Minute) und der Beat mit vier Segmenten angezeigt. Darunter erscheint das gerade wiedergegebene Muster der Begleitautomatik (Intro, Original, Fill In, Variation, Ending). Die Bedienungsanleitung weiß zu berichten: „Im Display werden alle wichtigen Informationen angezeigt.“ Ich meine: die vielen leuchtenden oder nichtleuchtenden Taster sind ebenso informativ und entlasten das Display von zu hoher Datendichte.
An Anschlüssen (alle auf der Rückseite) vermisse ich nichts. Neben der DC In-Buchse, an die der mitgelieferte Netzadapter angeschlossen wird, gibt es einen Power-Schalter. Die Audio-Outputs sind mit Kopfhörer-, R- und L(mono)-Klinkenbuchse vertreten. Ein Hold- und ein Control-Pedal können auch angeschlossen werden. Über MIDI kann das Gerät mit In- und Out-Buchse verbunden werden. Der USB-Anschluss dient der Verbindung mit dem Computer. Hier wird ein Laufwerk (witzige 2 MB) angemeldet. MIDI gibt es über USB nicht.

Innereien - die Sounds (respektive Tones)

Bei Roland heißt ein Sound Tone und davon sind 606 verschiedene als Presets eingebaut. Zusätzlich gibt es 50 Drumsets. Die Tones können über 10 Kategorien (Piano, KBD/Organ, Strings, Scat, Sax/Brass, Synth, World1, World2, Drums) mit separaten Tastern auf der rechten Seite des Bedienfeldes angesprungen werden. Weitergesucht/-geschaltet wird dann mit dem VALUE-Rad. Eine Zehnertastatur für die direkte Anwahl gibt es nicht. GW-7 Bedienfeld rechtsMit Vorwahl über die Favorite-Taste kann auf jeder der 10 Kategorie-Tastern ein Lieblings-Tone abgelegt und abgerufen werden. Es gibt einen Split- (linker und rechter Bereich der Tastatur spielen verschiedene Tones) und einen Dual-Mode (auf der gesamten Tastatur werden zwei Tones gleichzeitig gespielt). Direktzugriff auf einige Tone-Parameter erhält man über die Analog Modify-Sektion links neben dem Display. Über die Regler C1 und C2 kann man 2 Parameter zeitgleich beeinflussen. Über einen Taster können die Parameterpaare umgeschaltet werden. Da gibt es Cutoff und Resonance sowie Attack und Release. Ein weiteres Parameterpaar steuert die Send-Volumes der Effekte Reverb und Chorus. Letztlich lassen sich noch die Lautstärkeverhältnisse zwischen Drums und der übrigen Begleitband sowie zwischen Begleitung und dem Keyboardpart einstellen. Die Preset-Tones können über das Edit-Menu in den Werten Volume, Portamento on/off, Portamento-Time, Cutoff, Resonance, Attack, Decay, Release, Vibrato Rate, Vibrato Depth und Vibrato Delay verändert und in einem der 128 User-Speicherplätze abgelegt werden. Das war’s. Ist ja schließlich kein Synthesizer. Und wie klingt die Kiste nun? Na ja, einige Sounds sind ganz gut spielbar. Als Beispiel hierfür soll EP Legend dienen.
Demo Roland GW-7 EPLegend
Eine Reihe anderer Sounds sind kaum brauchbar, da sie zu steril klingen. Insgesamt würde ich die Sounds als hinreichend ansehen. In der Menge von 606 Tones ist sicher das eine oder andere Dutzend an Brauchbarem dabei. Ich habe es nicht gemessen, aber den Eindruck, dass das Gerät über den Kopfhörerausgang wie auch über die Anschlüsse R und L(mono) ein wenig stärker rauscht als meine Synthesizer. Ansonsten ist der Klang druckvoll und kristallklar. An dieser Stelle mache ich eine kleine Pause und hebe mir alle weiteren Fragen für den nächsten Teil auf. Bis dahin!

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Komponierhilfe gesucht…
angetestet 2. Teil: Roland GW-7
angetestet 3. Teil: Roland GW-7

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Waldorf Microwave II

Waldorf MicroWave II
Ich habe schon eine Weile mit dem Gedanken gespielt, hier meine Instrumente - insbesondere Synthesizer - einmal vorzustellen. Nur ist es aus zeitlichen Gründen bisher nichts geworden. Jetzt hat der Marko Ettlich das auf Amazona mit einer “Green Box” für den Waldorf Microwave II getan. Da ich es weder besser noch in dieser Ausführlichkeit könnte, möchte ich einfach auf den Beitrag verweisen:

Green Box: Waldorf Microwave II

Ein schöner Bericht, wie ich finde. Ich muss mich unbedingt mal wieder intensiver mit der Kiste auseinandersetzen…

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Windows Vista und der MIDI-Mapper

Windows Vista soll ja das schönste und beste Windows sein, daß es ja gab. Und so dachte ich mir, installierst Du es auch mal und siehe da, es sieht doch wirklich schick aus, mit dieser Aero-Glas-Oberfläche. Aber ob unter der Haube auch alles so golden glänzt?

Um möglichst wenig Probleme zu bekommen, habe ich Vista Ultimate in der 32 Bit-Version verwendet. Besonders wichtig ist, daß auch alle Hardware mit dem neuen System problemlos läuft, da sind natürlich in erster Linie die Hersteller gefragt. Für mein externes MIDI-Interface (Edirol UM-880) und Audio-Interface (MOTU 828 MK II Firewire) kann ich das uneingeschränkt bejaen, da gibt es auf den jeweiligen Internetseiten aktuelle Treiber für Windows Vista (32- und 64-Bit) zum Download. Und die Installation verlief auch problemlos, die Geräte funktionieren auf Anhieb.

Das Problem

Gut, dachte ich, dann kann ich mir ja mal schnell ein paar meiner Lieblings-MIDI-Hersteller-Demosongs anhören, die laß ich manchmal ganz gerne auch als Hintergrundberieselung laufen. Doch irgendwie klingt Yamahas “Nobody Knows” recht seltsam:
Nobody Knows - Yamaha MIDI Demo - MS GS Wavetabel Synth
Und so sollte es eigentlich klingen, auf einem Yamaha MU-100 mit VL-Board:
Nobody Knows - Yamaha MIDI Demo - Yamaha MU100

Aber klar, ich muß ja dem Windows MIDI-Mapper auch sagen, wo er die MIDI-Daten hinschicken soll. Kein Problem, schnell in der Systemsteurung die Audio-Konfiguration aufrufen und das Standardgerät für die Musikwiedergabe einstellen. Nanu, wo sind sie denn die Einstellungen, sonst bei “Audio” als dritte Gruppe “MIDI-Musikwiedergabe” unter “Soundwiedergabe und -aufnahme” zu finden. Einfach weg, nicht mehr da, verschwunden. Nun war guter Rat teuer.
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