Eine Frage, die ich mir schon seit längerem gestellt (und letztlich beantwortet) habe, ist die nach dem Sinn oder der Notwendigkeit eines Hardware-Effektgerätes bei der immer besseren Leistungsfähigkeit der DAWs und spezialisierter (Software-)Effekt-PlugIns. Ich möchte überhaupt nicht auf die Röhrentechnik und deren Simulation hinaus, sondern spreche von solchen Effekten, die auch in einem Hardware-Effektgerät (ggf. nach der A/D-Wandlung eines analogen Signals) berechnet werden (bevor sie dann im Zweifelsfall wieder D/A-gewandelt werden müssen).
Ich bin dann zu der Überzeugung gekommen (und das ist nur meine ganz persönliche Einschätzung), dass man Unterschiede am deutlichsten beim Reverb wahrnimmt. Das ist erst einmal unabhängig davon, ob ein Reverbprogramm in einem Effektgerät oder PlugIn erzeugt wird. Interessant sind dabei natürlich der Algorithmus und die Verschaltung mit anderen Effekten (z.B. EQ), da es sich beim Reverb eigentlich oft um einen Multieffekt handelt. Gut programmierte Effekte sind deshalb das wesentliche Kriterium für mich. Ausserdem ist ein tolles Reverb wohl, wie bei so vielen Dingen, eine Frage des persönlichen Geschmacks. Dass dieses mehr oder weniger rechenintensiv sein kann, hat meiner Meinung nach keinen so großen Einfluss auf die Beantwortung der o.g. Frage.
Hardware (mit Software) bei Effektgeräten sollte in der Regel kostenintensiver sein als nur Software bei PlugIns. Zumindest bei identischem Entwicklungsaufwand für Algoritmen und Programme. Der ist allerdings fast immer unbekannt. Letztlich wird nur der diesbezügliche Erfolg in den Effektprogrammen hör- und ggf. messbar.
Ein paar praktische Gesichtspunkte gibt es dabei auch noch zu beachten. Nicht ganz vergessen sollte man, dass der “Hardwareanteil” bei PlugIns in Form von Rechenleistung der DAW vorhanden sein muss. Schon blöd, wenn der Sequencer beim Mixdown aller ‘zig Spuren und PlugIns instabil wird. (Aber der PC-Neukauf stand ja sowieso schon auf der Wunschliste.)
Für ein Effektgerät benötigt man einen Platz (im Rack), Strom, ein paar (hoffentlich gute XLR-)Kabel und Anschlüsse, in die man die andere Seite der Kabel stecken kann. Also ein Mischpult mit AUX Send und Return oder Output und Input an der DAW. Für ein PlugIn braucht man meist nur ein paar MB auf der Festplatte. Fragen der Wertstabilität und des Weiterverkaufs lasse ich mal außen vor. Bei der Bedienung gibt es Unterschiede, klar. Bei Effektgeräten wie auch bei PlugIns kann man gute und schlechte Bedienoberflächen bekommen.
Die Einbindung der PlugIns in Song-Projekte (Thema: Total Recall) ist natürlich komfortabler und einfacher - die Einstellungen werden einfach mit abgespeichert. Aber auch bei Effektgeräten lässt sich das mit ein bisschen Aufwand realisieren (z.B. MIDI-Dump). Ein (aus meiner Sicht) schlagendes Argument für PlugIns ist, dass sie in beliebig vielen Instanzen genutzt werden können. (Zumindest bei Multieffekten, denn ich habe noch nie mehr als ein (Haupt-)Reverb benötigt.)
Na gut, wenn man also die Effektprogramme seiner Wahl in einem PlugIn haben kann - wozu noch eine Blechkiste? Fast wäre ein Traum in Erfüllung gegangen und zwar mit der Ankündigung des PCM Native Reverb Plug-in Bundle von Lexicon - sozusagen das PCM91 in Software. Kleiner Wermutstropfen: die Preisempfehlung von fast 1.900 Dollar. Ja, ja, für das PlugIn.
Ich habe dann doch lieber auf eine gebrauchte Blechkiste zurückgegriffen. Ein PCM90 oder PCM91 war mir allerdings auch gebraucht noch zu teuer. Eine interessante Entdeckung von Björn Bojahr, den ich als Autor bei der Zeischrift Keyboards kenne, hat mich dann zum MPX-1 gebracht. Der hat nämlich einige Werkspresets der Lexicon PCM90/91 am MPX-1 nachempfunden und das mit erstaunlichem Erfolg. Das wollte ich gern einmal ausprobieren. Gesagt, getan.
Na ja, alles was neu ankommt, muss erst einmal ausprobiert werden. Dazu habe ich ein paar Noten auf meinem Altsaxophon gespielt. Die Aufnahme ist mit dem Mikrofon Electro-Voice RE20 über den Preamp Phonic VocalMax und den A/D-Wandler des Behringer ADA8000 (trocken) in meinen Rechner gekommen. Dann habe ich die aufgenommene Datei ein paar mal abgespielt, das jeweilige Programm am MPX-1 gewählt und als Bus-Effekt der Summe hinzugemischt und wieder aufgenommen. Ich habe natürlich nicht erst versucht, das Reverb zu “verstecken” - es soll ja was zu hören sein.
die trockene Aufnahme
MPX-1 Preset 63 Sax Solo
MPX-1 Preset 52 Reverse Rvb
Jetzt noch mit ein paar der o.g. Reverb-Programme von Björn Bojahr:
Jüngster Neuzugang eines Klangerzeugers in meinem Heimstudio ist ein (natürlich gebrauchter) Kurzweil K2000R. Was die Soundvielfalt meiner bis dato vorhandenen synthetischen Klangerzeuger angeht, hatte ich jetzt keine großartigen Wünsche (sondern eher den Eindruck, dass ich die bereits vorhandenen Möglichkeiten gar nicht nutzen kann). Dennoch war da immer der Wunsch auch den “Kurzweil-Sound” mit im Programm zu haben. Eigentlich hatte ich die Sache mehr oder weniger abgehakt, weil sie mir finanziell hochgradig unvernünftig erschien (wozu noch ein Synthi?). Aber manchmal ergibt sich eine Gelegenheit. Mir fiel eine Kleinanzeige bei Thomann auf, bei der der Verkäufer eines K2000R in meiner Nähe wohnte und wir konnten eine persönliche Übergabe des Geräts vereinbaren…
Mit der K2000-Klangerzeugung wurden Geräte mit und ohne Tastatur gebaut. Der K2000R ist die Version ohne Tastatur, die in ein 19-Zoll-Rack eingebaut werden kann. Die Erstauslieferung der K2000-Familie geht auf das Jahr 1992 zurück und sie zählte seinerzeit zu den komplexesten Synthesizern überhaupt. Kurzweil empfahl damals einen Verkaufspreis von 5.698,- DM.
Die Klangerzeugung des K2000R (und im übrigen auch die der Nachfolger) ist vom Grundprinzip her eine auf Samples basierende, subtraktive Synthese. Sie wird hier V.A.S.T. (”Variable Architecture Synthesis”-Technologie) genannt und meint, dass der Signalweg nicht fest vorgegeben ist, sondern sich ähnlich wie bei modularen Synthesizer-Systemen frei verschalten lässt. Gänzlich frei dann doch wieder nicht, denn die Verschaltung der fünf DSP’s als Grundmodule ist in verschiedenen Algorithmen vorgegeben. Letztlich werden so 24 Stimmen (aus 96 Oszillatoren) im K2000R erzeugt. Ein recht guter Überblick über die Kurzweil-V.A.S.T.-Klangerzeuger findet sich in der GREEN BOX auf amazona.de.
Mit einem Neuankömmling muss ich mich erst einmal bekannt machen und das heisst für mich Presets sichten. Ich habe mich zunächst wieder an das klassische E-Piano gewagt und das klang dann so:
K2000R - 9 Classic E Piano
Ja, dem Sound der Presets hört man das Baujahr des Geräts an. Nachfolgend noch einige Ausschnitte aus den auf Diskette mitgelieferten Demosongs, die das m.E. bekräftigen. Daraus kann man natürlich auch in etwa die Klangausrichtung des Synthesizers - mindestens des 8 MB großen ROM und der Werkspresets - ableiten:
K2000R - Demo: Keiths Revenge
K2000R - Demo: Nova Born
K2000R - Demo: Dyna Dance
K2000R - Demo: Symphonique
So richtig beurteilen möchte ich den Klang für mich jetzt noch nicht. Erst wenn sich die Stimmen des K2000R in einem Arrangement bewähren müssen, lässt sich mehr darüber sagen. Dazu müsste ich aber wieder an einem Arrangement arbeiten und das ist für den Moment nicht in Sicht (bzw. die Zeit dazu). Nun, man wird sehen…
Die Digitar von Charlielab habe ich seit 1995, kurz nach der Musikmesse. Es gab damals von TSI (dem deutschen Vertrieb) eine Sonderaktion auf der Frankfurter Musikmesse, bei der man einen nennenswerten Betrag gegenüber der unempfindlichen Preisempfehlung von 790,- DM sparen konnte. Die Digitar ist ein MIDI-Controller, d.h. alles was sie macht ist MIDI-Daten erzeugen oder verändern. Seinerzeit war ich (schon mal) auf dem MIDI-Controller-Trip. Ich war davon überzeugt, dass man mit elektronischen Tonerzeugern lebendige und dynamische Musik fabrizieren kann, solange man nur die richtigen Spielhilfen zur Verfügung hat. Der Ansatz von Charlielab war, dass man auf einem Keyboard nicht gut Gitarre spielen kann. Oh, natürlich kann man einen Gitarrensound auf dem Synthesizer anwählen und über die Tastatur entsprechende Töne erzeugen. Trotzdem hört sich das noch nicht wirklich nach Gitarre an. Das liegt zum Einen am Voicing. Mit den sechs Saiten einer Gitarre sind diese, auch wenn sie in verschiedenen Lagen gespielt werden, charakteristisch. Davon weiß ein Keyboarder im Normalfall nicht viel. Zum Anderen sind die Anschlagtechniken der Gitarre (auf- und abwärts geschlagene Akkorde, Picking, usw.) nur schwer auf dem Keyboard nachzuempfinden.
Mit der Digitar sollen (kurz gesagt) per MIDI-IN zugeführte Akkorde zu einem gitarrentypischen Voicing und durch die Bearbeitung der (den Gitarrensaiten nachempfundenen) Metallstäbchen zu gitarrentypischen Anschlagtechniken gewandelt und auf MIDI-OUT ausgegeben werden. Wozu das Ganze? Wenn man Gitarre braucht, würde der Gitarrist einfach seine Gitarre nehmen. Es gibt aber Situationen wo es wünschenswert ist, den Output nicht (gleich) als Audio zu bekommen sondern statt dessen als MIDI-Daten. Sicher ist das bei der Erstellung eines MIDI-Songs mit Gitarrenspur als Zielformat (der als solcher zum Beispiel anderen Nutzern zugänglich gemacht werden soll) so. Auch die Suche nach neuen Klangmöglichkeiten kann Motivation dafür sein, sich die Welt der Synthesizer über MIDI zu erschließen. Wenn aber ein Gitarrist MIDI-Daten braucht, nimmt er eine Gitarre und ein Guitar-to-MIDI-Interface (wie z.B.: Axon AX 50 oder Roland GI-20), wahrscheinlich eher keine Digitar. Die angepeilte Anwendergruppe der Digitar waren sicher die Tastenspieler. Sie erhalten damit eine Möglichkeit ihre Spieltechnik in Richtung Gitarre zu erweitern. Das ganze funktioniert sowohl live (indem man zum Beispiel auf einer Tastatur mit der linken Hand Akkorde greift die per MIDI an die Digitar geschickt werden um dort mit der rechten Hand „zerhackt“ zu werden - dazu kann man sich die Digitar um den Bauch schnallen) als auch über einen Sequenzer (die MIDI-Akkordspur wird an die Digitar geschickt und das bearbeitete Ergebnis wird auf einer anderen MIDI-Spur aufgezeichnet).
Mit der Digitar wurde m.E. ein durchdachtes Konzept überzeugend umgesetzt. Die Reaktionsgeschwindigkeit ist für „Echtzeitspiel“ geeignet. So ganz ernst kann man die Digitar jedoch als echten Gitarrenersatz nicht nehmen. Sie liegt irgendwo zwischen den Welten. Es ist auf jeden Fall mal etwas anderes, bringt Abwechselung und macht außerdem noch Spaß. Um mal einen Eindruck von der Digitar zu vermitteln habe ich ein bisschen darauf rumgeschrammelt, dazu ein paar (eingebaute) Demoakkorde genutzt und verschiedene Presetsounds damit angesteuert:
Am Freitag ist das GW-7 nun angekommen. Gut verpackt hat es den Transport unbeschadet überstanden. Mit 5 kg Gewicht ist das Keyboard ohne weiteres leicht zu transportieren - das kommt mir sehr entgegen. Dem ausgepackten Gerät sieht man an, dass es gerade erst 4 Monate alt ist – kein Kratzer, nichts. Schick ist es auch, finde ich. Aber das ist eher Geschmackssache. Starten wir also zu einem kleinen Rundgang.
Zuallererst: Lautsprecher sucht man hier im Gegensatz zu den meisten Keyboards mit Begleitautomatik vergebens – in meinen Augen bzw. Ohren kein Nachteil. Die 61 Tasten sind eher straff gefedert und für mich gut bespielbar. Die Tastatur ist anschlagdynamisch, hat aber keinen Aftertouch. Die Charakteristik der Anschlagdynamik kann nicht angepasst, nur komplett abgeschaltet werden. Pitch und Modulation sind (Roland-typisch) statt mit separaten Rädern in einem kombinierten Bender/Modulations-Hebel realisiert. Die Bedienung dieses Hebels bedurfte bei mir einer gewissen Gewöhnung, war dann aber gut – allerdings durch die kurzen Wege nicht zu präzise - zu handhaben. Soweit mein Erkenntnisprozess vorangeschritten ist, kann die Modulation (vertikale Achse des Hebels) ausschließlich auf die Tonhöhe (Vibrato) angewendet werden (Ausnahme: wenn als Multieffekt Rotary eingestellt ist, wird auch die simulierte Drehgeschwindigkeit gesteuert) und das ergibt in meinen Ohren meist ein schreckliches Geleier. Ob und in wie weit der D Beam Controller (links oben im Bedienfeld) diese Situation verbessern kann, werden wir noch sehen. Die größeren Taster des Bedienfeldes kenne ich bereits von anderen Roland-Geräten. Sie vermitteln beim Betätigen einen wertigen Eindruck. Das VALUE-Rad fällt da etwas ab, funktioniert aber zuverlässig. Die restlichen, kleineren Taster sind ein bisschen wackelig. Die Regler (Volume, C1, C2) laufen satt und nicht zu leichtgängig. Das LCD ist hell und gut abzulesen. Der Kontrast ist einstellbar, allerdings nicht in direktem Zugriff sondern über ein dreistufiges Menu. Im oberen Drittel des Displays werden die aufgerufenen Programme (Tone, Style, Performance, Song) in großer Schrift angezeigt. Im linken unteren Teil des Displays ist eine Tastatur-Grafik abgebildet, auf der die von der Begleitautomatik wiedergegebenen Akkorde mit Punkten angezeigt werden. Darüber wird das Akkordsymbol dargestellt. Rechts daneben wird die Taktnummer (im Song-Mode), das Tempo (Beats per Minute) und der Beat mit vier Segmenten angezeigt. Darunter erscheint das gerade wiedergegebene Muster der Begleitautomatik (Intro, Original, Fill In, Variation, Ending). Die Bedienungsanleitung weiß zu berichten: „Im Display werden alle wichtigen Informationen angezeigt.“ Ich meine: die vielen leuchtenden oder nichtleuchtenden Taster sind ebenso informativ und entlasten das Display von zu hoher Datendichte.
An Anschlüssen (alle auf der Rückseite) vermisse ich nichts. Neben der DC In-Buchse, an die der mitgelieferte Netzadapter angeschlossen wird, gibt es einen Power-Schalter. Die Audio-Outputs sind mit Kopfhörer-, R- und L(mono)-Klinkenbuchse vertreten. Ein Hold- und ein Control-Pedal können auch angeschlossen werden. Über MIDI kann das Gerät mit In- und Out-Buchse verbunden werden. Der USB-Anschluss dient der Verbindung mit dem Computer. Hier wird ein Laufwerk (witzige 2 MB) angemeldet. MIDI gibt es über USB nicht.
Innereien - die Sounds (respektive Tones)
Bei Roland heißt ein Sound Tone und davon sind 606 verschiedene als Presets eingebaut. Zusätzlich gibt es 50 Drumsets. Die Tones können über 10 Kategorien (Piano, KBD/Organ, Strings, Scat, Sax/Brass, Synth, World1, World2, Drums) mit separaten Tastern auf der rechten Seite des Bedienfeldes angesprungen werden. Weitergesucht/-geschaltet wird dann mit dem VALUE-Rad. Eine Zehnertastatur für die direkte Anwahl gibt es nicht. Mit Vorwahl über die Favorite-Taste kann auf jeder der 10 Kategorie-Tastern ein Lieblings-Tone abgelegt und abgerufen werden. Es gibt einen Split- (linker und rechter Bereich der Tastatur spielen verschiedene Tones) und einen Dual-Mode (auf der gesamten Tastatur werden zwei Tones gleichzeitig gespielt). Direktzugriff auf einige Tone-Parameter erhält man über die Analog Modify-Sektion links neben dem Display. Über die Regler C1 und C2 kann man 2 Parameter zeitgleich beeinflussen. Über einen Taster können die Parameterpaare umgeschaltet werden. Da gibt es Cutoff und Resonance sowie Attack und Release. Ein weiteres Parameterpaar steuert die Send-Volumes der Effekte Reverb und Chorus. Letztlich lassen sich noch die Lautstärkeverhältnisse zwischen Drums und der übrigen Begleitband sowie zwischen Begleitung und dem Keyboardpart einstellen. Die Preset-Tones können über das Edit-Menu in den Werten Volume, Portamento on/off, Portamento-Time, Cutoff, Resonance, Attack, Decay, Release, Vibrato Rate, Vibrato Depth und Vibrato Delay verändert und in einem der 128 User-Speicherplätze abgelegt werden. Das war’s. Ist ja schließlich kein Synthesizer. Und wie klingt die Kiste nun? Na ja, einige Sounds sind ganz gut spielbar. Als Beispiel hierfür soll EP Legend dienen.
Eine Reihe anderer Sounds sind kaum brauchbar, da sie zu steril klingen. Insgesamt würde ich die Sounds als hinreichend ansehen. In der Menge von 606 Tones ist sicher das eine oder andere Dutzend an Brauchbarem dabei. Ich habe es nicht gemessen, aber den Eindruck, dass das Gerät über den Kopfhörerausgang wie auch über die Anschlüsse R und L(mono) ein wenig stärker rauscht als meine Synthesizer. Ansonsten ist der Klang druckvoll und kristallklar. An dieser Stelle mache ich eine kleine Pause und hebe mir alle weiteren Fragen für den nächsten Teil auf. Bis dahin!
Schon seit geraumer Zeit (und insbesondere seit ich einen zweiten Wohnsitz habe) kam bei mir der Wunsch nach einem leicht transportierbaren Keyboard mit Begleitautomatik auf, mit dem ich an Akkordfolgen, Melodien und deren Zusammenspiel basteln könnte ohne gleich das ganze Heimstudio einschalten zu müssen. Viel Geld wollte ich dafür nicht gerade ausgeben. Trotzdem sollte die Klangqualität ansprechend sein und die Verwendung als weiterer Klangerzeuger im Heimstudio nicht in Frage stehen. Die verfügbaren Rhytmen/Styles sollten einigermaßen modern (auf Wiener Walzer könnt ich sogar glatt verzichten) und vielleicht “skalierbar” sein, d.h. wählbar zwischen sparsameren und opulenteren Begleitungen. Lieber keine Lautsprecher als so ein Tischhupen-Kompromiss. Nach den obigen Kriterien war zu vermuten, dass entweder ein Gebrauchtkauf durchaus in Betracht kommt oder gar mein Wunsch - insbesondere im Hinblick auf das Budget - unerfüllbar bleibt.
Zwei erfolglose Anläufe hatte ich dazu bereits vor einiger Zeit unternommen, als ich mich letzten Donnerstag zu einem erneuten solchen aufraffte. Da ich mich kenne, habe ich mir vorsichtshalber ein Budgetlimit von 300 Euro gesetzt. Vorbereitend hatte ich mich über die aktuelle Marktsituation bei Einsteigerkeyboards informiert, aber auch Gebrauchtmarktpreise älterer Top-Keyboards wie z.B. Technics KN-2000/5000/6000 studiert. Hilft aber alles nichts, wenn man es nicht anfassen und hören kann. Und so habe ich in meinem Musikladen eine gewisse Spannbreite untersucht. Mit dabei waren die Yamaha-Modelle PSR E313, E413, 450 und S550 und ein gebrauchtes Casio CTK-800. Ausserdem stand da noch ein gebrauchtes PSR 8000 herum. E313, E413 und CTK-800 habe ich dann wegen der Klangqualität für mich aussortiert. Damit hatte ich dann auch mein Budgetlimit verlassen, so dass alles weitere nur noch informativen Charakter haben konnte. Das S550 fand ich überzeugend aber zu teuer. Das PSR 450 war nicht sooo schlecht, preislich allerdings auch schon über dem Limit. Mit dem PSR 8000 bin ich eigentlich schnell warm geworden, obwohl die Sounds und Styles ein bisschen angestaubt wirkten - aber das hätte für mich funktioniert. Allerdings wollte ich den aufgerufenen Preis für ein 10 Jahre altes (elektronisches) Instrument auch nicht zahlen (Festplatte hin oder her) und der Händler konnte (oder wollte) da nichts heilen.
Eigentlich hatte ich mich ja auch auf den Roland GW-7 gefreut, weil die reine Produktbeschreibung interessant klang und das Teil bei diesem Händler auf der Internetseite gelistet war. Stand aber leider nicht mehr im Laden. “Ja, Internetseite müssten wir auch mal wieder aktualisieren…” Ahh so. Meine Schlussfolgerung aus diesem Besuch: Neukauf fällt aus, da ich mit der Klangqualität in dieser Preisklasse nicht leben möchte. Blieb alternativ nur noch der Gebrauchtkauf und so zog es mich tief in die “Bucht”… Mich ließ das Roland GW-7 nicht mehr los und es liefen gerade zwei Versteigerungen. Wenn man es nur mal irgendwo ausprobieren könnte… Ich fand dann auf der Roland-Seite noch zwei Demonstrations-Videos, die meinen bisherigen positiven Eindruck bestätigten. Und dann habe ich es gestern einfach getan. Preislimit um die Versandkosten reduziert, 10 Sekunden vor Toreschluss geboten und die Versteigerung gewonnen…
Na gut, jetzt muss das gute Stück nur noch bei mir ankommen. Da mein Preislimit noch nicht mal ausgereizt wurde sehe ich gute Chancen das Teil mit geringem (oder sogar ohne?) Verlust wieder loszuwerden, falls es meine Erwartungen doch nicht erfüllt. In jedem Fall möchte ich Euch meine Erfahrungen nicht vorenthalten und werde an dieser Stelle berichten. Hier noch kurz ein paar Daten zum GW-7:
- 61 anschlagdynamische Tasten
- 64 Stimmen Polyphonie
- Parts: 16 + Keyboard Part
- 32 MB (entsprechend 16-bit Linear-Format) Wellenform-Speicher
- Presets: 576 + 256 (GM2) Tones, 37 + 9 (GM2) Drum Sets, 101 Performances
- User-Speicher: 128 Sounds, 16 Drum Sets, 32 Performances
- Effekte: Multi-FX 47 Typen, Reverb 8 Typen, Chorus 8 Typen
- Begleit-Spuren: Tempo 20 bis 250 BPM, 16 Spuren
- 16-Spur Recorder Modi: 4 Easy Modi (ALL, Keyboard, Single, Punch In/Out)
- 101 Styles Preset-Speicher, 99 Styles User-Speicher
- 99 Songs
- Band-Typen: 3 Stufen (Drum & Bass, Combo, Full Band)
- USB Datenübertragung
- Regler: D Beam Controller, Pitch Bend/Modulation Lever, 2 Control-Regler
- Display: Custom LCD, beleuchtet
- Anschlüsse: Out (L/MONO, R), Kopfhörer, MIDI (IN, OUT), Hold Pedal, Control Pedal, USB
- Größe und Gewicht: Breite 1045 mm, Tiefe 320 mm, Höhe 86 mm, Gewicht 5,0 Kg