Von Freitag Nachmittag bis heute Abend fand das 18. Cottbuser Stadtfest mit viel Rummel (im wahrsten Sinne des Wortes mit Hinweis auf zahlreiche Fahrgeschäfte) und Musik (z.B. Be Four, Nini de Angelo, Monrose) auf sieben Bühnen statt. Beziehungsweise findet noch statt, denn den Abschluss soll das Höhenfeuerwerk mit Lasershow um 23:00 Uhr bilden. Ein bisschen davon habe ich mir auch angetan - eine Rauchwurst, eine “Karussell”-Fahrt mit einer Art Star Shape und ein Konzert der Band Klangfeuer auf dem Schlosskirchplatz. Die im Jahr 2005 (zunächst als Trio) gegründete Band Klangfeuer um und mit Torsten Karow spielt nach eigenem Bekunden “Musik mit Seele, Songs voller Leidenschaft mit packendem Groove und harmonischem Gesang. Alles selbst geschrieben, handgemacht und in Deutsch!”. Interessiert hatte mich dieser Auftritt, weil ich Herrn Karow schon einige Male als Leiter des Kinderchores am Konservatorium Cottbus wahrgenommen hatte. Überzeugt hatte mich das musikalische Können der Band, denn die fünf Musiker (Torsten Karow [voc, git], Marian Kleinau [voc, git}, Norman Gatzke [voc, bg], Birthe Kleemann [voc] und Detlef „Semmel“ Thom [drums, voc]) haben meiner Meinung nach einen guten Auftritt hingelegt - sehr hörenswert. (Auch wenn die Technik hin und wieder die Rückkopplungen nicht in den Griff bekam.) Zwei kleine Hörproben habe ich unten beigefügt. Mehr kann man auf MySpace hören. Übrigens ist mir eingefallen, dass ich beim Drummer “Semmel” 1995, als er im Musikladen Bärwinkel gearbeitet hat, meinen MIDI-Drum-Controller KAT dk10 gekauft habe.
Einmal irgendwann
Schöne Tänzerin
Nun, ich suche nicht gerade intensiv nach neuer oder anderer Musik, die mich interessiert oder gar begeistert. Beides habe ich daher eher zufällig durch den Tipp eines Kollegen mit der dänischen Band Saybia und insbesondere dem Album “These Are The Days” (2004) gefunden. Das ist allerdings auch schon wieder gut zwei Jahre her. Vorstellen möchte ich die Musik heute, weil sie den Sprung in meine persönliche “mit-auf-die-Insel-nehmen”-Liste geschafft hat. Das liegt zum Einen an der unverwechselbar weichen und eindringlichen Stimme des Sängers Søren Huss und zum Anderen an dieser oft melancholischen Tiefe der Songs. Dabei ist die Musik durchaus kraftvoll. Viele Songs sind bei mir nach und nach bei mehrmaligem Hören zu echten Ohrwürmern gewachsen. Ich bin mir nicht sicher, ob sich zum Beispiel “I Surrender” nicht schon an der Grenze zum Kitsch bewegt. Mindestens ist es berührend. Vergleichbare Musik kenne ich nicht. Vielleicht hat mich “We Almost Made It” ein ganz kleines bisschen an A-Ha erinnert. Dennoch meine ich, dass Saybia eine ganz eigene Klangfarbe haben. Letztlich fällt es mir schwer wirkliche Favoriten unter den Titeln zu benennen. Aber wenn ein paar Anspieltipps weiterhelfen, dann vielleicht diese:
Meine erste größere Aufnahme mit dem Zoom H2 hatte ich bereits Mitte Dezember gemacht, also noch vor dem Weihnachtsmarkt-Recording und den Silvesterkrachern. Es war ein Konzert am 15.12.2007 in der Paulskirche zu Schwerin.
“Gloria!” lautete der Titel des Konzertprogramms des Jugendchors des Musik-Gymnasiums Schwerin zusammen mit dem Orchester “Concerto Celestino” unter Leitung von Bernd Spitzbarth.
Die Aufnahmebedingungen waren nicht unbedingt optimal, ich habe in der zweiten Bankreihe auf der rechten Seite gesessen. Während der Aufnahme habe ich das Gerät ständig in der Hand gehalten und hatte vorher auch keine Möglichkeit, die Aufnahme bei einer Probe einzupegeln.
Das erste Klangbeispiel ist die Aria aus “Introduzione e Gloria RV 588″ von Antonio Vivaldi:
Nach dem Vorspiel des Orchesters setzt der Solist (Meinderd Zwart) ein, da die Solisten aus Zuhörersicht rechts standen, hatte ich diese direkt vor mir, oder besser sogar über mir. Entsprechend klar und direkt kommen die Soli auch in der Aufnahme rüber. Auch das Orchester, etwa mit mir auf Augenhöhe, ist noch halbwegs klar und transparent hörbar, gerade in einer Kirche war das nicht unbedingt zu erwarten.
Als zweites Beispiel ist das ganz fantastische a capella Stück “Agnus Dei” von Samuel Barber zu hören:
Da der Chor hinter dem Orchester weiter weg von mir steht, ist die Räumlichkeit nicht besonders gut, die Aufnahme bleibt aber dennoch verständlich und wird nicht zu diffus.
Im dritten Beispiel, Kantate BWV 191 “Gloria in excelsis Deo” von Johann Sebastian Bach, beginnt das Orchester “Mit Pauken und Trompeten”, der Chor setzt etwas später ein:
Hier kommt nun ein Problem meiner nicht gerade optimalen Aufnahmeposition zum tragen. Der Chor wird vom Orchester akustisch etwas zugedeckt, kann sich nicht klar und verständlich durchsetzen. Bei einem zentralen und vor allem höheren Standort der Mikrofone (des Gerätes) wäre sicher ein ausgewogeneres Klangbild möglich gewesen. Allerdings darf man von einer einfachen XY-Stereo-Aufnahme mit zwei Mikrofonen auch keine Wunderdinge erwarten.
Insgesamt bin ich mit dem Ergebnis recht zufrieden. Dafür, daß die Aufnahme quasi aus der Hand und an einem nicht optimalen Stand- oder besser Sitzort erfolgte, kann sich das Ganze durchaus hören lassen. Auch das Publikum in der Kirche war begeistert und spendete am Ende des Konzertes kräftig Applaus:
Dem aufmerksamen Zuhörer wird vielleicht eine kleine Ungereimtheit in den Aufnahmen auffallen, ich habe das extra mal so belassen. Es hat etwas mit einer speziellen Einstellung des Zoom H2 zu tun.
Zu Pfingsten war richtig schönes Wetter. Um so besser, dass ich zu dieser Zeit in Ahlbeck auf der Insel Usedom war. Ich habe die Sonne auf der Haut und den feinen Sand unter den Füßen genossen und war sogar einmal kurz in der Ostsee baden. Und ich habe auch ein bisschen meinen Kindheitserinnerungen nachgehangen. Das hatte allerdings mit dem Wetter nichts zu tun sondern mit der kleinen Bühne auf der Promenade. Als Schulkind und Mitglied des Pionier- und Jugendblasorchesters Demmin habe ich fast in jedem Jahr in den Sommerferien an einem zweiwöchigen Probenlager in Ahlbeck teilgenommen. Hier sind dann Kinder und Jugendliche aus allen Orchestern des Bezirkes Neubrandenburg zusammengekommen, die im Bezirks-Musik-Korps (BMK) organisiert waren. Je nach Leistungsstand wurden wir in A- und B-Orchester aufgeteilt. Vor- und Nachmittags waren Register- und Orchesterproben und in der restlichen Zeit war es ein ganz normales Ferienlager. Zum Ende der zwei Wochen hat das A-Orchester in jedem Jahr ein Abschlusskonzert auf eben dieser Bühne, die stets Muschel genannt wurde, gegeben, um den Erfolg der Bemühungen zu präsentieren. Das ist mir in lebendiger Erinnerung geblieben und ich freue mich, das es die Muschel auch heute noch gibt.
Werde ich nach meiner Lieblingsmusik oder –platte gefragt, weiß ich regelmäßig keine Antwort. Zu viele Namen und Produktionen gehen mir dann durch den Kopf, als das ich eine herausgreifen und diese nennen könnte. Und letztlich: warum sich beschränken? Nun, heute möchte ich mal eine Aufnahme vorstellen, die mich seit vielen Jahren fasziniert und die ich noch immer (schätzungsweise) zwei Mal im Jahr höre. Ich meine damit Keith Jarretts Solo-Konzert in der Oper Köln – THE KÖLN CONCERT – am 24. Januar 1975. Nacherlebbar für diejenigen, die nicht dabei waren (so wie ich), wird dies durch eine Produktion von Manfred Eicher auf ECM (ECM 1064/65, 810 067-2; aus den sparsamen Angaben der CD geht nicht einmal hervor, welchen Flügel Herr Jarrett dort bearbeitet). Zum ersten Mal habe ich diese Scheibe 1991 bei einem Musikalienhändler, wo ich als Student ein paar Mal ausgeholfen habe, gehört und sie hat mich sofort interessiert. Noch nie vorher hatte ich so etwas gehört und ich konnte die Musik überhaupt nicht einordnen. Aber es hat mich absolut fasziniert und ich musste die Scheibe unbedingt haben. Diese Musik wird dem Jazz zugeordnet, allerdings sah mein Bild vom Jazz vorher anders aus. In den freien, von Rhythmus und Tonart losgelösten Improvisationen verarbeitet Keith Jarrett verschiedene Elemente und Stile die auf mich unbefangen, frisch, leidenschaftlich, emotional, spielerisch und doch natürlich wirken. Andere Solo-Konzerte wie das PARIS CONCERT (17. Oktober 1988, Salle Pleyel) oder das VIENNA CONCERT (13. Juli 1991, Staatsoper Wien) mag ich auch sehr gern, aber das Konzert in Köln sticht für mich deutlich hervor. Andernorts wird dieses Konzert auch als Meilenstein im Jazz oder als epochales Meisterwerk bezeichnet. Übrigens sind mir kurze Passagen aus diesem Konzert schon oft zur musikalischen Untermalung von Beiträgen im Fernsehen aufgefallen, vorzugsweise für ernsthaftere Themen. Und tatsächlich hat die Aufnahme ein bisschen was von Filmmusik. Keith Jarrett ist auch heute (62-jährig) noch mit Konzerten unterwegs. Wie man allerdings letzthin vernahm (10. Juli 2007, Umbria Jazz Festival in der italienischen Stadt Perugia), sollen seine menschlichen Qualitäten nicht so ausgeprägt sein wie die musikalischen. Was soll’s, niemand ist perfekt. Hauptsache er macht seine Musik. In die aktuell erschienene Video-DVD „KEITH JARRETT - The Art Of Improvisation“ werde ich auf jeden Fall auch mal reinschauen.
Wer mag nicht gern ein paar Tage Urlaub? Ich zumindest immer. Man kehrt dem Alltag den Rücken, erholt sich etwas und mit ein bisschen Glück erlebt man etwas Besonderes. Was dabei etwas „Besonderes“ ist, kann freilich je nach persönlichem Geschmack eine enorme Bandbreite einnehmen. In diesem Zusammenhang war für mich nachfolgende musikalische Begegnung schon etwas Besonderes:
Anfang Juli habe ich eine Woche Pause am Bodensee eingelegt. Ein Quartier hatte ich in Wallhausen, etwa 50 Meter Luftlinie vom Yachthafen entfernt. Von diesem Hafen aus bin ich am Sonnabend (14.07., einen Tag vor der Heimreise) mit Freunden per Schiff nach Überlingen übergesetzt und habe mich dort etwas umgesehen. Ein wirklich netter Ort auf dieser Erde. Am Landungsplatz wurde an diesem Tag der Deutsche Bouldercup ausgetragen, aber für Klettern interessiere ich mich eher nicht. Allerdings kamen wir zwischen zwei Wettkämpfen gerade dazu, wie die Neufracher Lumpenkapelle “Wikinger” angesagt wurde. Das ließ ich mir natürlich nicht entgehen. Was ich jetzt zu hören bekam war einfach nur akustisch feist und versprühte Spaß pur. Ich habe nicht schlecht über die Besetzung mit 8 Trompeten, 5 Posaunen, 10 Saxophonen und einigen Tenorhörnern zuzüglich Schlagzeug mit 2 großen Trommeln und 2 mal Becken etc. gestaunt.
Zugegeben, das Repertoire passte eher gut in die Fasnetszeit. Die Arrangements waren simpel; trotz der tollen Besetzung kaum Bläsersätze. Laut ging vor Intonation. Aber den Spaß, den diese jungen Leute beim Musizieren hatten, hat sich virusartig auf die Zuhörer und –schauer übertragen. Das war wirklich mal etwas Besonderes. Unter anderem haben die Wikinger sich dann auch „Butterfly, my Butterfly“, diesen alten Schlager vorgenommen und ich schwöre, das ich diesen Titel noch nie so flott (und das messbar in BPM) gehört habe. Das wiederum empfand ich als nette Assoziation zu den Bildern, die ich ein paar Tage zuvor im Schmetterlingshaus auf der Mainau geschossen habe. Bedauerlicher Weise hatte ich in Überlingen kein Gerät für einen Audio-Mitschnitt dabei und so müssen für dieses Mal die Bilder reichen…