Gestern erst habe ich auf der Zoom-Seite (www.zoom.co.jp) die deutsche Bedienungsanleitung entdeckt. Die 156 Seiten Handbuch können in einer ca. 21 MB großen Datei heruntergeladen werden. Einerseits ist nachvollziehbar und lobenswert, dass das englische Basisdokument 1:1 in andere Sprachen übersetzt wird. Auf der anderen Seite ist damit eine Chance vertan, die Struktur des Dokuments zu überarbeiten. Im Grunde sind ja alle Funktionen genannt und entsprechende Verweise vorhanden. Der Nutzer wird aber nicht sonderlich geführt, das Konzept wird kaum erläutert und es gibt auch keine Praxistipps. Statt dessen muss man den Verweisen folgen und sich das Wissen auf vielen unterschiedlichen Seiten zusammensuchen. Letztlich kann man doch nicht alle Fragezeichen auflösen. Zum Beispiel fehlt mir eine Beschreibung oder Benennung der Einstellungen für die Kompressor- und Limiterprogramme. In der Bedienungsanleitung heißt es nur lapidar: COMP2 (VOCAL) - Kompressor für Stimme. Da hilft nur ausprobieren oder verzichten. Das Dokument kommt einem Referenzhandbuch am nächsten und ist zum Durchlesen am Stück nicht zu empfehlen. Dass es auch besser geht, weiß ich von der Bedienungsanleitung des Zoom H4. Die ist meiner Meinung nach weniger sperrig. Wie dem auch sei: Für die Fälle, in denen sich der Zoom H4n nicht von selbst erschließt (was zum Glück recht selten ist) und der Nutzer die englische Bedienungsanleitung scheut oder der englischen Sprache nicht mächtig ist, steht jetzt auch das deutschsprachige Handbuch zur Verfügung.
Die Freiheit, mit einem Rechner und geeigneter Software Musik erstellen zu können, führt nicht zwangsläufig zu einem Hit oder kommerziellem Erfolg. Muss es auch gar nicht, wenn der Spaß im Vordergrund steht. Während ein gut komponierter und produzierter Titel unter Umständen viel Zeit und Mühe kostet (abhängig von Fähigkeiten, Talent und der Küsslust der Muse), sehe ich persönlich schon in der Umsetzung musikalischer Ideen eine sinnvolle, weil Freude bereitende Freizeitbeschäftigung. Aus meiner diesbezüglichen Ansammlung möchte ich hin und wieder etwas vorstellen und beschreiben, was ich da gemacht habe.
„Let’s Sing“ ist bei dem Versuch entstanden, nach langen Jahren der Enthaltsamkeit wieder mit dem Gitarre spielen anzufangen. Vielleicht haben einige von euch schon die Erfahrung gemacht, dass das „vor sich hin üben“ die eine Sache ist und das Spielen nach Metronom eine andere. Also brauchte ich einen Rhythmus. Hier habe ich einfach eine Drumloop aus einer Library genommen, von denen es massenhaft für kleines Geld zu kaufen gibt. Eigentlich sind diese Loops meist ziemlich dicht und knallig – ich habe die Sache mit einem Kompressor (2,4:1) noch etwas kompakter gemacht.
Die Drumloop wird am Anfang reingefaded. Das Fundament (also der Bass) stammt aus dem Software-Sampler EXS24 (SlapBass2), der nur unter Emagic Logic funktioniert. Der Bass brauchte mehr Druck um im Arrangement zu bestehen (Kompressor 6:1).
Jetzt fehlte mir noch eine Begleitung. Und da ich das Gitarrespielen üben wollte, ist hier die Konzertgitarre zum Einsatz gekommen. Die habe ich mit einem AKG-Mikrofon (C3000B) aufgenommen und die Passagen sauber geschnitten. Im Hintergrund hört man übrigens noch die Drumloop, die über den Kopfhörer (nicht geschlossen) mit aufgenommen wurde. Stört aber im Mix zusammen mit der richtigen Drumloop nicht mehr. Danach habe ich die Mono-Aufnahme gedoppelt und auf links/rechts Stereoposition verteilt sowie eine Seite mit einem leichten Delay verzögert. Mit einem Kompressor (6:1) wurde die Dynamik angepasst. Ein bisschen Reverb und Chorus drauf – fertig.
Jetzt konnte ich mit der E-Gitarre (Ibanez Blazer 21) über einen Amp-Modeler (Korg Ampworks) nach Herzenzlust „rumsolieren“.
Das Stückchen hat keinen B- oder gar C-Teil, die Akkordfolge (A – C#m – C#Dim – D – F#m – F#Dim) wird einfach ständig wiederholt. Hier nun im Ganzen: