Im Wechsel der Akkorde
Stichwort: Jazz

Jazz trifft Kunst: Meier’s Clan im DKW

Jazz trifft Kunst: Meier's Clan im DKW Cottbus

Am heutigen Sonntag durfte ich ein Konzert besonderer Güte genießen. Zum dritten Benefizkonzert der Cottbuser Serviceclubs „Jazz trifft Kunst“ im Kunstmuseum Dieselkraftwerk konnte Meier’s Clan – ein Saxophonquartett aus Potsdam – gewonnen werden. Den Tipp zu diesem Konzert habe ich von meinem Saxlehrer bekommen. Da ich die Formation bisher noch nicht kannte, habe ich mich (Google sei Dank) erst einmal informiert. Auf der Seite von Meier’s Clan kann man sehr schön nachlesen, wie es zu dem Bandnamen gekommen ist und noch viele weitere interessante Dinge.
Das Konzert der vier Herren Ralf Benschu (sopran, alt), Matthias Wacker (alt), Mark Wallbrecht (tenor) und Sebastian Hillmann (bariton) war ein wirklicher Genuss und hat mich sicher nicht kalt gelassen (nein, es lag nicht an den erfreulich hohen Außentemperaturen). Ich habe irgendwann aufgehört die Schauer zu zählen, die mir diese Musik über die Haut gejagt und mich direkt an meinem saxophonistischen Herzen gepackt hat.
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Meine erste Saxophonstunde am Konservatorium

Vorgestern hatte ich nun meine erste Unterrichtsstunde am Konservatorium Cottbus. Im Vorfeld hatte ich schon einige Stunden (ca. 20) zu Hause geübt und mich mit meinem neuen Tenorsaxophon angefreundet. Dennoch war ich ziemlich aufgeregt, aber ohne eigentlich zu wissen warum.

Zunächst wollte mein Lehrer herausbekommen, was bei mir so geht. Ich sollte einfach mal so drauf los spielen. Er meinte, ich hätte einen schönen Ton (zwar dünn, aber schön). Ich musste dann ein einfaches Stück (Greensleeves, Sax-Schule Müller-Irion, S.47) vom Blatt spielen und wir haben kurz daran gearbeitet (Betonung, Phrasierung, etc.).

Das Notenlesen hat soweit geklappt. Die meisten Griffe konnte ich bereits, aber das Front-Bb habe ich noch nicht benutzt (statt dessen immer das Seiten-Bb). Also habe ich meine erste Hausaufgabe erhalten: die F-Dur-Tonleiter (immer mit Front-Bb). Die soll ich mit Tempo flüssig spielen üben, auch in Gruppen zu fünf Tönen (auf und ab) und Dreiklänge – wegen der Geläufigkeit. Passend dazu noch die Übungen aus Kapitel 20 der Dapper-Schule (S.71). Außerdem soll ich (immer) lange Töne üben. Dazu habe ich noch etwas über die richtige Atmung erklärt bekommen.
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Jazz im Diesel – mit Lu Schulz und Detlef Bielke

Kunstmuseum Dieselkraftwerk Cottbus

Am letzten Sonnabend (08.01.2011) konnte ich im Kunstmuseum Dieselkraftwerk Cottbus zwei kurzweilige Stunden lang richtig guten Jazz genießen. Lu Schulz (tenor/alto sax) und Detlef Bielke (piano) haben vor ungefähr 150 Leuten ein mitreißendes Konzert geboten.

Lu Schulz kenne ich bereits als Leiter der Mini Big Band am Cottbuser Konservatorium. Er spielt aber auch in der Band Zollfre!, macht bei Jazz for Fun mit und unterrichtet an der Hochschule Lausitz und der Musikschule Oberspreewald-Lausitz.
Zu Detlef Bielke habe ich mir ergoogelt, dass er u.a. seit 1984 in der Günther Fischer Band gespielt hat und bei „Jazz, Lyrik, Prosa“ mitgewirkt hat.

der (noch) leere Saal im DKWZu dem Konzert „Jazz im Diesel“ kamen anscheinend viel mehr Gäste als erwartet. Kurz vor Beginn der Veranstaltung räumte man eiligst zusätzliche Sitzgelegenheiten in den Saal. Einige Gäste mussten mit einem Stehplatz vorlieb nehmen.
Neben lebendig interpretierten Jazz-Standards wurden auch Kompositionen von Detlef Bielke geboten (z.B. »Ostinato«, »Hello Keith«, »Sorbische Samba«, »Die Maid saß unterm Eichenbaum«).
Hoch erfreut war ich darüber, dass sich die Musiker zu Keith Jarrett als musikalischem Vorbild bekannt haben. Denn dessen Musik (insbesondere die Solo-Konzerte) mag ich auch sehr. Und ja, dem Spiel von Detlef Bielke konnte man diese „Verbindung“ durchaus entnehmen. Ich kann nur sagen: es war ein Genuss…

Gefühlter Maßen viel zu schnell wurden die Gäste nach einer (durch stürmischen Beifall erzwungenen) Zugabe mit »Cheek to Cheek« in die dunkle Cottbuser Nacht entlassen.

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Sommer, Sonne, Sonnenbrand? De-Phazz!

WetterDem Kalender nach haben wir Sommer aber was macht das Wetter? Die letzten Tage waren alles andere als sommerlich. Graue Wolken, Temperaturen um 15 Grad, keine Sonne aber dafür Regen, alles ist irgendwie grau und trist, um nicht zu sagen, deprimierend. Sommer, Sonne, Sonnenbrand? Klare Fehlanzeige bisher. Nachtrag: Den Artikel habe ich vor etwa einer Woche angefangen, da sah das Wetter so wie eingangs beschreiben aus. Mittlerweile ist aber auch hier der Sommer ausgebrochen.

De-Phazz - Death By Chocolate Da kommt mir so ein wenig frische Sommer-Musik gerade recht, wie die von De-Phazz. Mit guter Musik kann ich meine Stimmung gewaltig aufbessern und so war ich auf der Suche nach etwas, daß der Jahreszeit entsprechend irgendwie luftig-leicht, warm und beschwingt ist, ein Kontrast zum aktuellen Wetter eben.

Ich weiß jetzt nicht mal mehr so genau, wie ich auf De-Phazz gekommen bin. Habe mich beginnend bei einer Internetseite eher zufällig über last.fm und Amazon durchgeklickt. Wie auch immer, eine rundum gelunge CD ist „Death By Chocolate“ von De-Phazz. Und nicht nur die, sondern auch „Daily Lama“ und „Godsdog“ habe ich geordert. Da es grad Urlaubsgeld gab, hab ich mir De-Phazz gleich im Dreierpack geleistet. Alles in allem 52 Titel mit einer Gesamtspielzeit von gut drei Stunden und zehn Minuten.

Musikalisch läßt sich das nicht so richtig einordnen, was De-Phazz da macht. Es ist eine Mischung aus, Soul, Smooth-Jazz, lateinamerikanischer Musik, deutschem Schlager, französischem Chanson, Pop, Trip Hop, Lounge, Cafe del Dingens und was weiß ich nicht alles. Die Musik ist immer melodisch-harmonische, mehr oder weniger rhythmisch, unaufgeregt und, das ist das Wichtigste an grauen Sommertagen, einfach entspannend.

Godsdog„Godsdog“ ist die älteste der drei genannten CDs. Beim Reinhören war mir sofort der erste Titel „The Mambo Craze“ aufgefallen, den kannte ich. Er war 1999 der heimliche Sommerhit, in dem Jahr war Mambo groß angesagt, auch „Mambo Nr. 5“ von Lou Bega stürmte in die Musik-Charts.

Wo „The Mambo Craze“ durch Ohrwurmqualitäten begeistert, verzaubert das zarte „April Shower“ mit leichtfüßigem Schmusesound und „Havana Moon“ mit exotischer Melodieführung. Die knapp 2 Minuten langen, instrumentalen Zwischenspiele „Low Budget Hotel“ und „Radio Sol“ überraschen mit fast experimentell anmutenden Klang-Collagen. Schlußendlich macht das bezaubernde „Anchorless“ Lust auf mehr De-Phazz.

Daily LamaIm Jahr 2002 erschien „Daily Lama“. Die Scheibe beginnt in bester Tradition des „Mambo Craze“ mit einem knisternden Vorgplänkel, bis mich die ersten Takte und ein paar zwischendrin irgendwie an „Agua De Beber“ von Al Jarreau erinnern. „Wrong Dance“ ist eine Instrumentalnummer mit, nun ja, eingestreuten, französischen Textteilen. „Try“ klingt stellenweise nach bestem Girl-Group-Sound, „Belle de Jour“ und „Wait“ überzeugen durch klare musikalische Linie und Texten wie „Twinkle twinkle little star…“, beide Titel erinnern mich auch an etwas anderes, ich wieß nur nicht an was. Ein ganz fantastisches Lied mit deutschem Text ist „Dummes Spiel“, sowas wie mein Favorit auf „Daily Lama“.

Zeitlich dazwischen liegt „Death By Chocolate“, hier fällt es mir fast schwer, einzelne Stücke hervorzuheben. Na gut, vielleicht ragen „Sabbatical“, „Jeunesse Dorée“ und „Trash Box“ etwas heraus. Und auch hier fühle ich mich z.B. bei „Sabbatical“ und „Jump Over“ an andere Songs erinnert, ich kann es aber nicht so richtig festmachen, was es ist.

Über Musik läßt sich oft schlecht schreiben, man muß sie einfach hören oder wie sagte schon Victor Hugo: „Musik drückt das aus, was nicht gesagt werden kann und worüber zu schweigen unmöglich ist.“
Genau so ist es.

Reinhören bei Last.FM (de):
Death By Chocolate
Daily Lama
Godsdog

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25 Jahre CD – meine erste war von Mezzoforte

Mezzoforte - Surprise SurpriseVor 25 Jahren lief in Hannover-Langenhagen die erste CD vom Band, konnte man in den letzten Tagen vielerorts lesen. Damals hatte ich noch nicht die Möglichkeit, eine CD zu kaufen. Für mich begann, wie wohl für etwa 17 Millionen andere Deutsche auch, die CD-Ära erst Anfang der 90er Jahre. Und mit einer CD allein konnte man noch nicht viel anfangen, man mußte sich auch einen CD-Player leisten können.

Meine erste CD habe ich mir irgendwann 1991 bei City-Music in Berlin, einem Plattenladen am Kudamm – Ecke Joachimstaler Str. gekauft. Es war „Surprise Surprise“ von Mezzoforte, und das auch nur wegen des Megahits „Garden Party“, einem Instrumentalstück, das Anfang/Mitte der 80er Jahre auf allen Stationen hoch und runter genudelt wurde. Trotzdem trat bei mir nie ein Ich-kanns-nicht-mehr-hören-Übersättigungseffekt auf, ich fand und finde die Nummer immer noch toll, diese Mischung aus Funk und Jazz. Knackiger Bass, fetzige Bläser und im Hintergrund ab und zu der Backgroundchor mit einem dahingehauchten „Dabdadabdadabdada“ (oder so ähnlich). Das ist Musik genau nach meinem Geschmack.

Allerdings machte ich damals nach dem ersten Durchhören der ganzen CD eher ein langes Gesicht. Das was ich außer Gardenparty noch zu hören bekam, war irgendwie so anders. Also lief erstmal nur Track 2 im Endlosplay, aber nachdem ich dann die ganze CD ein paar mal gehört hatte, fand ich die anderen Sachen immer besser. Es blieb dann auch nicht nur bei dem einen Mezzoforte-Album, mittlerweile sind es deren 5 und gewissermaßen als Anschlußprojekt kam irgendwann noch Wolfgang Haffners „Music“ dazu, welches mich sehr stark an beste Mezzoforte-Zeiten erinnert.

Meine Liste der Mezzoforte-Toptitel sieht so aus:  weiter lesen »

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KEITH JARRETT – THE KÖLN CONCERT

KEITH JARRETT - THE KÖLN CONCERTWerde ich nach meiner Lieblingsmusik oder –platte gefragt, weiß ich regelmäßig keine Antwort. Zu viele Namen und Produktionen gehen mir dann durch den Kopf, als das ich eine herausgreifen und diese nennen könnte. Und letztlich: warum sich beschränken? Nun, heute möchte ich mal eine Aufnahme vorstellen, die mich seit vielen Jahren fasziniert und die ich noch immer (schätzungsweise) zwei Mal im Jahr höre. Ich meine damit Keith Jarretts Solo-Konzert in der Oper Köln – THE KÖLN CONCERT – am 24. Januar 1975. Nacherlebbar für diejenigen, die nicht dabei waren (so wie ich), wird dies durch eine Produktion von Manfred Eicher auf ECM (ECM 1064/65, 810 067-2; aus den sparsamen Angaben der CD geht nicht einmal hervor, welchen Flügel Herr Jarrett dort bearbeitet). Zum ersten Mal habe ich diese Scheibe 1991 bei einem Musikalienhändler, wo ich als Student ein paar Mal ausgeholfen habe, gehört und sie hat mich sofort interessiert. Noch nie vorher hatte ich so etwas gehört und ich konnte die Musik überhaupt nicht einordnen. Aber es hat mich absolut fasziniert und ich musste die Scheibe unbedingt haben.
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