Im Wechsel der Akkorde
Archiv: November 2009

Erfahrungsbericht Lowepro Classified Sling 220 AW

Nichts ist so selbstverständlich wie eine passende Tasche! Alle Dinge, zumindest aber die dem Menschen lieb und teueren, bedenkt er mit einer eigenen Tasche. Das passiert aus Gründen der Ordnung. Und zum Schutz. Oder aus anderen Motiven, aber das ist eigentlich nicht mein Thema. Jedenfalls scheint es für die standesgemäße Unterbringung von Fotoequipment einen ganzen Industriezweig zu geben, wenn man mal von dem reichhaltigen Angebot ausgeht.

Für die vergangenen zwei Jahre hatte ich meinen gesamten Fotokrempel in einem bei Lidl für 25 Euro gekauften Fotorucksack trocken und sicher aufbewahrt. In dieser Zeit hat der Fotorucksack einiges gesehen von der Welt und mir dabei gute Dienste geleistet. Keiner von den etlichen Reißverschlüssen ist kaputt gegangen oder ausgerissen; in den vielen Fächern und Taschen hatte alles seinen Platz.
Doch nun (spätestens mit dem Kauf meines Teleobjektivs Canon EF 300/4 L IS USM) wurde er zu klein. Etwas Größeres musste her. Und das ist, wie sich herausgestellt hat, noch kein ausreichend einschränkender Filter, um nicht vom Angebot des Marktes erschlagen zu werden. Oder anders ausgedrückt: Wie finde ich die richtige Fototasche?

Könnte sie nicht ganz genau so wie der Lidl-Fotorucksack sein, nur etwas größer? Also das Rucksack-Konzept wollte ich gern beibehalten, denn ich empfinde es als angenehm die Tasche auf dem Rücken zu tragen und die Hände frei zu haben. Wenn es etwas gibt, was mich an dem Lidl-Fotorucksack gestört hat, dann ist es das ständige Ab- und Aufsetzen um die Kamera herauszunehmen oder sie wieder zu verstauen. Da gibt es ein paar interessante Ansätze einiger Hersteller, die den Zugriff auf (wenigstens) die Kamera ermöglichen ohne den Rucksack abzusetzen.
Zum Beispiel lässt sich die Tasche mit einem Handgriff aus der Rückentrageposition vor den Körper ziehen und man erhält Zugriff auf ein entsprechend platziertes Fach der Tasche und somit die Ausrüstung. Bei Lowepro heißt das “Sling”. Möglich wird das, weil die Tasche nur noch mit einem Schulterriemen getragen wird.
Nicht mit jeder Tasche kann man eine DSLR mit angesetztem 300mm-Objektiv (ein 70-200mm dürfte sich damit kaum etwas nehmen) zum direkten Zugriff transportieren. Dazu muss das Kamerafach fast 30 cm tief sein.

Aus den verbleibenden Alternativen habe ich mich dann für die noch relativ neue (seit August 2009) Lowepro Classified Sling 220 AW entschieden. Sie hat mir besonders gefallen, weil sie nicht so sehr nach “Rucksack” aussieht. Das Notebook-Fach war mir auch wichtig, u.a. damit ich ein paar Zeitschriften ohne Knicken transportieren kann (ich hasse nichts mehr…).
Eine Beschreibung der Tasche werde ich hier nicht versuchen - das kann der Hersteller viel besser. Aber meine bisherigen Erfahrungen mit der Tasche möchte ich noch loswerden:

Neben einigen kürzeren Ausflügen (auch per Fahrrad) habe ich die Tasche auf einer viertägigen Safari (Tsavo East and West) dabeigehabt. Dort, das war mir vorher klar, würde sich zwischen Objektiv-, Speicherkarten- und Akkuwechsel recht schnell zeigen, ob die Tasche für mich taugt. Nicht was das längere Tragen angeht, denn das Fahrzeug habe ich während der Pirsch natürlich nicht verlassen. Aber interessant ist, ob sich in einer scheinbar chaotischen Situation in der Tasche so etwas wie eine innere Ordnung bildet. Also ob die Teile des Equipments einen angestammten Platz finden, auf den ich blindlings zugreifen kann und das jeweils Richtige ans Tageslicht befördere. Na ja, zum Teil ist es mir mit der Lowepro so gegangen. Generell würde ich aber kritisieren, dass die (flexible, d.h. veränderbare) Unterteilung des großen Hauptfaches noch verbessert werden könnte. Richtig gut fühlt es sich an, wenn das Hauptfach nicht mehr als halb gefüllt ist.

Die Anmutung der Tasche würde ich als durchgängig hochwertig und modern bezeichnen. Das hat sich bei mir auch nach längerer Benutzung nicht geändert. Der Hersteller gibt an, dass die Maße der Tasche den Vorschriften über das Handgepäck im Flugzeug (IATA-Vorschriften) entsprechen. Das halte ich für nicht ganz unwichtig. Wer gibt seine Kamera schon gern aus der Hand? Problematischer ist da aber das Gewicht. Wird die Tasche gut gefüllt sind die 5 kg schnellstens überschritten.

Über kurze Strecken ist die Tasche sehr gut zu tragen. Auf längeren Wegen zerrt eine volle Tasche doch ganz schön an der (einen) Schulter. Hier hilft dann der (ansonsten versteckte) Hüftgurt wesentlich.
Das eigentliche “Sling”, also das aus der Rückentrageposition vor den Körper ziehen und Kamera rauswurschteln, habe ich auch einige Male praktiziert. Es funktioniert wie beschrieben. Allerdings möchte ich das mit einer vollen und schweren Tasche auch nicht pausenlos machen.

Letztlich ist mein Fazit etwas zwiespältig. Wird die Größe der Tasche ausgenutzt, ist sie sehr schwer. Mit einer so schweren Tasche kann mich das Sling-Konzept nicht mehr voll überzeugen und die “innere Ordnung” in der Tasche ist in Gefahr. Bei halb gefüllter Tasche ist hingegen alles recht perfekt. Doch brauche ich dafür eine so große Tasche? Ich werde die Classified Sling auf jeden Fall behalten und meine Lidl-Tasche nicht weggeben.

ausgewählte Angaben zur Lowepro Classified Sling 220 AW:
- Kamerafach: 27 x 15,5 x 38 cm (BxTxH)
- Notebookfach: 28 x 3,5 x 44,5 cm (BxTxH)
- Zubehörfach im Deckel: 25 x 14 x 5 cm (BxTxH)
- Gewicht: 1,66 kg

Übrigens, für Informationen zu (Foto)Taschen fand ich die Taschenfreak-Seite ganz hilfreich.

Noch ein Hinweis: Bei Lowepro läuft zwischen dem 01. November 2009 und 31. Januar 2010 die Geld-zurück-Aktion 2009 (Cashback) für Produkte ab 75,- €, bei der man 15% des Kaufpreises zurück bekommen soll. Leider konnte ich die Aktion für mich nicht mehr in Anspruch nehmen.

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Improvisation als Motivationsquelle

Sicher muss ich mir eingestehen, dass ich mit dem Saxophonspiel nicht so gut vorankomme wie ich mir vorgestellt hatte. Objektiv betrachtet bleibt einfach nicht genug Zeit um allen meinen Interessen in ausreichender Tiefe nachzugehen. Ich bin allerdings auch nicht bereit dem Saxophon eine Priorität zu Lasten anderer Dinge einzuräumen. Von dem für das Saxophon verbleibenden Zeitschlitz erwarte ich mir dennoch die Befriedigung von Bedürfnissen, die da wären: Freude, Bestätigung, Erfolgserlebnisse. Dieser Zustand stellt sich jetzt nicht unbedingt bei Tonleiterübungen ein. Und irgendwie auch nicht so richtig beim Durcharbeiten einer Schule - sei sie nun von Dapper oder Müller-Irion.
Viel mehr Spaß macht es mir zu improvisieren. Also ich nenne das einfach mal so. Denn Improvisation bedeutet doch, etwas ohne Vorbereitung, aus dem Stegreif zu spielen, nicht wahr? Wikipedia sagt: “Als Improvisation wird die Form musikalischer Darbietung verstanden, in der das ausgeführte Tonmaterial in der Ausführung selbst entsteht und nicht vorher schriftlich fixiert worden ist.” Als Rahmen für eine derartige “Darbietung” nehme ich gern eine einfache Akkordfolge und einen Rhytmus her. Das ist im Sequencer schnell zusammengeklickt und läuft dann als Schleife auf unendlich. Um es wirklich ganz einfach zu machen, habe ich die Harmonien für das Altsaxophon (Eb) sogar in C-Dur (Grundtonart) gestellt. Das Saxophon nehme ich mit einem Mikrofon ab (gern mit dem Sennheiser e865) und mische es über einen Live-Eingang im Sequencer mit dem Backing. Dann bekommt das Saxophon noch ein bisschen Reverb zum Wohlfühlen. Die Mischung gelangt per Kopfhörer an die Ohren.
Ausschließlich zur Verdeutlichung worum es mir geht nachfolgend ein Beispiel, denn aufgezeichnet wird normalerweise nicht. Zunächst das Backing, also das harmonische und rhytmische Gerüst:
meine Improvisationsbegleitung
Und nun mit improvisiertem Saxophonspiel:
mein Improvisationsbeispiel
Also, mal völlig unabhängig davon, wie es von einem Zuhörer empfunden werden würde - als Akteur am Saxophon ist es toll. Da habe ich schnell mal eine halbe Stunde durchgespielt bis der Ansatz weg ist und fühle mich richtig gut. Hat jemand ähnliche Erfahrungen gemacht?

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Willkommen Kurzweil K2000R

Kurzweil K2000R V3

Jüngster Neuzugang eines Klangerzeugers in meinem Heimstudio ist ein (natürlich gebrauchter) Kurzweil K2000R. Was die Soundvielfalt meiner bis dato vorhandenen synthetischen Klangerzeuger angeht, hatte ich jetzt keine großartigen Wünsche (sondern eher den Eindruck, dass ich die bereits vorhandenen Möglichkeiten gar nicht nutzen kann). Dennoch war da immer der Wunsch auch den “Kurzweil-Sound” mit im Programm zu haben. Eigentlich hatte ich die Sache mehr oder weniger abgehakt, weil sie mir finanziell hochgradig unvernünftig erschien (wozu noch ein Synthi?). Aber manchmal ergibt sich eine Gelegenheit. Mir fiel eine Kleinanzeige bei Thomann auf, bei der der Verkäufer eines K2000R in meiner Nähe wohnte und wir konnten eine persönliche Übergabe des Geräts vereinbaren…

Mit der K2000-Klangerzeugung wurden Geräte mit und ohne Tastatur gebaut. Der K2000R ist die Version ohne Tastatur, die in ein 19-Zoll-Rack eingebaut werden kann. Die Erstauslieferung der K2000-Familie geht auf das Jahr 1992 zurück und sie zählte seinerzeit zu den komplexesten Synthesizern überhaupt. Kurzweil empfahl damals einen Verkaufspreis von 5.698,- DM.

Die Klangerzeugung des K2000R (und im übrigen auch die der Nachfolger) ist vom Grundprinzip her eine auf Samples basierende, subtraktive Synthese. Sie wird hier V.A.S.T. (”Variable Architecture Synthesis”-Technologie) genannt und meint, dass der Signalweg nicht fest vorgegeben ist, sondern sich ähnlich wie bei modularen Synthesizer-Systemen frei verschalten lässt. Gänzlich frei dann doch wieder nicht, denn die Verschaltung der fünf DSP’s als Grundmodule ist in verschiedenen Algorithmen vorgegeben. Letztlich werden so 24 Stimmen (aus 96 Oszillatoren) im K2000R erzeugt. Ein recht guter Überblick über die Kurzweil-V.A.S.T.-Klangerzeuger findet sich in der GREEN BOX auf amazona.de.

Mit einem Neuankömmling muss ich mich erst einmal bekannt machen und das heisst für mich Presets sichten. Ich habe mich zunächst wieder an das klassische E-Piano gewagt und das klang dann so:

Kurzweil K2000R Program 9 Classic E PianoK2000R - 9 Classic E Piano

Ja, dem Sound der Presets hört man das Baujahr des Geräts an. Nachfolgend noch einige Ausschnitte aus den auf Diskette mitgelieferten Demosongs, die das m.E. bekräftigen. Daraus kann man natürlich auch in etwa die Klangausrichtung des Synthesizers - mindestens des 8 MB großen ROM und der Werkspresets - ableiten:

K2000R Demo Keiths RevengeK2000R - Demo: Keiths Revenge
Kurzweil K2000R Demo Nova BornK2000R - Demo: Nova Born
Kurzweil K2000R Demo Dyna DanceK2000R - Demo: Dyna Dance
Kurzweil K2000R Demo SymphoniqueK2000R - Demo: Symphonique

So richtig beurteilen möchte ich den Klang für mich jetzt noch nicht. Erst wenn sich die Stimmen des K2000R in einem Arrangement bewähren müssen, lässt sich mehr darüber sagen. Dazu müsste ich aber wieder an einem Arrangement arbeiten und das ist für den Moment nicht in Sicht (bzw. die Zeit dazu). Nun, man wird sehen…

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