Im Wechsel der Akkorde
Mittwoch, 11. November 2009

Improvisation als Motivationsquelle

Sicher muss ich mir eingestehen, dass ich mit dem Saxophonspiel nicht so gut vorankomme wie ich mir vorgestellt hatte. Objektiv betrachtet bleibt einfach nicht genug Zeit um allen meinen Interessen in ausreichender Tiefe nachzugehen. Ich bin allerdings auch nicht bereit dem Saxophon eine Priorität zu Lasten anderer Dinge einzuräumen. Von dem für das Saxophon verbleibenden Zeitschlitz erwarte ich mir dennoch die Befriedigung von Bedürfnissen, die da wären: Freude, Bestätigung, Erfolgserlebnisse. Dieser Zustand stellt sich jetzt nicht unbedingt bei Tonleiterübungen ein. Und irgendwie auch nicht so richtig beim Durcharbeiten einer Schule – sei sie nun von Dapper oder Müller-Irion.
Viel mehr Spaß macht es mir zu improvisieren. Also ich nenne das einfach mal so. Denn Improvisation bedeutet doch, etwas ohne Vorbereitung, aus dem Stegreif zu spielen, nicht wahr? Wikipedia sagt: „Als Improvisation wird die Form musikalischer Darbietung verstanden, in der das ausgeführte Tonmaterial in der Ausführung selbst entsteht und nicht vorher schriftlich fixiert worden ist.“ Als Rahmen für eine derartige „Darbietung“ nehme ich gern eine einfache Akkordfolge und einen Rhytmus her. Das ist im Sequencer schnell zusammengeklickt und läuft dann als Schleife auf unendlich. Um es wirklich ganz einfach zu machen, habe ich die Harmonien für das Altsaxophon (Eb) sogar in C-Dur (Grundtonart) gestellt. Das Saxophon nehme ich mit einem Mikrofon ab (gern mit dem Sennheiser e865) und mische es über einen Live-Eingang im Sequencer mit dem Backing. Dann bekommt das Saxophon noch ein bisschen Reverb zum Wohlfühlen. Die Mischung gelangt per Kopfhörer an die Ohren.

Ausschließlich zur Verdeutlichung worum es mir geht nachfolgend ein Beispiel, denn aufgezeichnet wird normalerweise nicht. Zunächst das Backing, also das harmonische und rhytmische Gerüst:

Und nun mit improvisiertem Saxophonspiel:

Also, mal völlig unabhängig davon, wie es von einem Zuhörer empfunden werden würde – als Akteur am Saxophon ist es toll. Da habe ich schnell mal eine halbe Stunde durchgespielt bis der Ansatz weg ist und fühle mich richtig gut. Hat jemand ähnliche Erfahrungen gemacht?

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