Im Wechsel der Akkorde
Donnerstag, 05. November 2009

Willkommen Kurzweil K2000R

Kurzweil K2000R V3

Jüngster Neuzugang eines Klangerzeugers in meinem Heimstudio ist ein (natürlich gebrauchter) Kurzweil K2000R. Was die Soundvielfalt meiner bis dato vorhandenen synthetischen Klangerzeuger angeht, hatte ich jetzt keine großartigen Wünsche (sondern eher den Eindruck, dass ich die bereits vorhandenen Möglichkeiten gar nicht nutzen kann). Dennoch war da immer der Wunsch auch den “Kurzweil-Sound” mit im Programm zu haben. Eigentlich hatte ich die Sache mehr oder weniger abgehakt, weil sie mir finanziell hochgradig unvernünftig erschien (wozu noch ein Synthi?). Aber manchmal ergibt sich eine Gelegenheit. Mir fiel eine Kleinanzeige bei Thomann auf, bei der der Verkäufer eines K2000R in meiner Nähe wohnte und wir konnten eine persönliche Übergabe des Geräts vereinbaren…

Mit der K2000-Klangerzeugung wurden Geräte mit und ohne Tastatur gebaut. Der K2000R ist die Version ohne Tastatur, die in ein 19-Zoll-Rack eingebaut werden kann. Die Erstauslieferung der K2000-Familie geht auf das Jahr 1992 zurück und sie zählte seinerzeit zu den komplexesten Synthesizern überhaupt. Kurzweil empfahl damals einen Verkaufspreis von 5.698,- DM.

Die Klangerzeugung des K2000R (und im übrigen auch die der Nachfolger) ist vom Grundprinzip her eine auf Samples basierende, subtraktive Synthese. Sie wird hier V.A.S.T. („Variable Architecture Synthesis“-Technologie) genannt und meint, dass der Signalweg nicht fest vorgegeben ist, sondern sich ähnlich wie bei modularen Synthesizer-Systemen frei verschalten lässt. Gänzlich frei dann doch wieder nicht, denn die Verschaltung der fünf DSP’s als Grundmodule ist in verschiedenen Algorithmen vorgegeben. Letztlich werden so 24 Stimmen (aus 96 Oszillatoren) im K2000R erzeugt. Ein recht guter Überblick über die Kurzweil-V.A.S.T.-Klangerzeuger findet sich in der GREEN BOX auf amazona.de.

Mit einem Neuankömmling muss ich mich erst einmal bekannt machen und das heisst für mich Presets sichten. Ich habe mich zunächst wieder an das klassische E-Piano gewagt und das klang dann so:

K2000R – 9 Classic E Piano

Ja, dem Sound der Presets hört man das Baujahr des Geräts an. Nachfolgend noch einige Ausschnitte aus den auf Diskette mitgelieferten Demosongs, die das m.E. bekräftigen. Daraus kann man natürlich auch in etwa die Klangausrichtung des Synthesizers – mindestens des 8 MB großen ROM und der Werkspresets – ableiten:

K2000R – Demo: Keiths Revenge
K2000R – Demo: Nova Born
K2000R – Demo: Dyna Dance
K2000R – Demo: Symphonique

So richtig beurteilen möchte ich den Klang für mich jetzt noch nicht. Erst wenn sich die Stimmen des K2000R in einem Arrangement bewähren müssen, lässt sich mehr darüber sagen. Dazu müsste ich aber wieder an einem Arrangement arbeiten und das ist für den Moment nicht in Sicht (bzw. die Zeit dazu). Nun, man wird sehen…

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Reaktionen zu “Willkommen Kurzweil K2000R” (2)

  1. Hi,
    gerade habe ich es vergeigt mir einen Kurzweil im Rackformat zu ergattern. Ich hätte ihn bekommen können, hab aber zu lange herumüberlegt. Gerade fühlt es sich an, als ob hunderte Ideen und Songs in einem zukünftigen Nichts zerschellen.
    Wenn Sie den K2000R nicht mehr brauchen/nutzen, so ermutige ich Sie mich zu bedenken, Sir.
    Nun denn. Zum Wesentlichen: Der „Kurzweil-Sound“ und „Wozu noch ein weiterer Synthie“ … Toller Artikel. Bin gespannt was nun Ihr Fazit ist. Wie macht sich der K2000R im Mix und Ihrem Set?
    Gruß CK

  2. Ich habe den K2000R (zusammen mit allen anderen Hardware-Synthesizern) im Jahr 2013 verkauft und auf rein virtuelle Klangerzeugung umgestellt. Die Editierung und Verwaltung der Sounds (insbesondere im Zusammenhang mit Projekten in der DAW) war mir (wie auch bei den anderen Synthis) zu mühselig und aufwändig.
    Aber der Sound vom Kurzweil war super…

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