Zoom H4n - 4CH Mode
Ganz neu (zumindest gegenüber dem Zoom H4) ist der Vierkanalmodus (4CH), mit dem man vier Spuren simultan aufnehmen kann. Im Display stellt sich das durch die untereinander angeordnete, horizontale Anzeige der vier Aufnahme- bzw. Wiedergabepegel dar. Da es nur vier Eingänge am Zoom H4n gibt (interne Mikrofone bzw. Stereo-PlugIn-Mikrofon und Eingänge 1 + 2) gibt es an Aufnahmequellen nichts auszuwählen - alle vier sind aktiv. Der Druck auf einen der Input-Taster (MIC, 1, 2) wählt den entsprechenden Eingang für die Justierung des Aufnahmepegels aus. Der Versuch, den Aufnahmepegel mittels der +/- Tastenwippe REC-LEVEL ohne vorherige Auswahl des Eingangs einzustellen, wird mit der Meldung “REC LEVEL TARGET MIC->MIC INPUT->INPUT 1″ quittiert. Für die Eingänge INPUT 1 und 2 wird der Aufnahmepegel gemeinsam eingestellt - sie sind nicht separat regelbar. Das finde ich schon schade, da somit ordentlich eingepegelte Aufnahmen von zwei (unterschiedlichen) Monosignalen (z.B. DI-Signale von Gitarre und Bass) erschwert werden. Aufgezeichnet werden zwei Stereo-WAV-Dateien, die immer als Pärchen behandelt werden und deren Dateinamen mit 4CHxxxM.WAV (für das MIC-Signal) und 4CHxxxI.WAV (für das INPUT-Signal) fest vorgegeben und nicht änderbar sind (xxx steht für die laufende Nummer, die in jedem FOLDER neu vergeben wird). Anders als im Handbuch angedeutet (ich empfinde übrigens einige Handbuchseiten mehr als Andeutung denn als eindeutige Information) ist kein Mono-Mix einer oder beider Stereospuren verfügbar. Im Display wird das Datei-Pärchen mit 4CHxxxM/I.WAV angezeigt. Genau genommen müsste dieser Mode also 2ST (etwa Doppel-Stereo) heißen.
Als Aufnahmeformat steht nur WAV mit 44,1 kHz (16 oder 24 bit) oder 48 kHz (16 oder 24 bit) zur Verfügung. Die Aufnahmedateien werden im 4CH Mode auf der SD-Card unter dem Ordner 4CH in einem der bereits vom STEREO Mode her bekannten und standardmäßig angelegten FOLDER 01 bis 10 gespeichert. Die Folder können auch hier über die Folder-Taste (innerhalb des Ordners 4CH) gewechselt werden. Die FILE-Taste öffnet das File-Menu und bietet bereits vorhandene Dateipärchen zur Auswahl; angezeigte Informationen beziehen sich immer auf beide Aufnahmedateien.
Die WAV-Dateien können (nur als Paar zusammen) normalisiert werden, wobei dann doch jede Datei für sich behandelt wird. Die Dateien können in einen anderen Folder verschoben (innerhalb des 4CH-Ordners, in den STEREO-Ordner oder in ein MTR-Projekt) oder gelöscht werden - immer als Pärchen, versteht sich. Außerdem können sie zu einer Stereo-Datei zusammengerechnet und in einer eigenen Datei (Vorgabe 4CHxxxMIX.WAV) abgespeichert werden. Dies kann mit oder ohne Berücksichtigung der Mixer-Einstellungen erfolgen. Der Mixer ist eine Funktion im 4CH Mode, um die Pegel und die Panoramapositionen der Stereotracks bei der Wiedergabe zu regeln und aufeinander abzustimmen.
Die Verwendung von Markern ist hier analog zum Stereo Mode möglich, nur dass die Marker immer in beide WAV-Dateien geschrieben werden. Die Wiedergabe der Vierspuraufnahme in variabler Geschwindigkeit ist im 4CH Mode nicht möglich (SPEED-Taster hat keine Funktion). Die Effektsektion kümmert sich (genau wie im Stereo Mode) um (wahlweise zuschaltbare) Low Cut’s und Kompressoren bzw. Limiter. Die Mehrzahl ist in diesem Fall richtig, denn jede der zwei Stereospuren kann ihren eigenen (unterschiedlichen) Low Cut und/oder Kompressor bzw. Limiter haben. Dafür kann die M/S-Matrix nur für MIC (macht natürlich nur bei entsprechender Mikrofonanordnung des Stereo-PlugIn-Mikrofons Sinn) oder INPUT aktiviert werden. Als Speisespannungen stehen Phantom-Power (+24V oder +48V) für die INPUTs sowie PlugIn-Power für ein externes Stereo-PlugIn-Mikrofon zur Verfügung. Die Funktionen AUTO REC und PRE REC stehen zur Verfügung, jedoch nicht gleichzeitig. Als Werkzeuge stehen Tuner, Metronom und A-B-REPEAT bereit. Vom 4CH Mode aus kann (ebenso wie im Stereo Mode) eine USB-Verbindung (Laufwerk oder Audiointerface) zu einem Rechner etabliert oder in einen anderen Mode (STEREO, MTR) gewechselt werden.
Ich habe mal einen etwas praxisfernen Versuchsaufbau mit meinem (ebenfalls) neuen Rode NT5 Stereoset als externen Mikrofonen (über INPUT 1 und 2) realisiert, um möglichst identische Signale aufzunehmen. Mein Ziel war es, eine Aussage zu der Qualität der internen Mikrofone im Vergleich zu den NT5 zu erhalten. So wirklich aussagekräftig war meine Testaufnahme dann aber aus folgenden Gründen nicht: Ich kenne die Charakteristik der NT5 noch nicht wirklich. Interessanter wäre ggf. die Leistung (Aufnahmequalität) des Zoom H4n als Gesamtpaket (Mikrofone, Preamp, A/D-Wandler) gegenüber einer definierten/bekannten aber komplett unabhängigen Aufnahmekette. Das Einpegeln der Aufnahme hatte ich noch nicht so richtig drauf, da die Peaks letztlich bei -8,6 dB (ext. Mics Rode NT5) bzw. -15,1 dB (int. Mics) lagen (und die ich dann jeweils bis auf -0,5 dB normalisiert habe). Letztlich fehlte mir ein akustisches Signal, welches für die Einschätzung der Mikrofonqualität geeignet war. Nun, ich habe mich dann entschlossen aus etwa 50 cm Entfernung zu den Mikrofonen ein paar Töne in mein Altsaxophon zu husten und mal zu hören, was passiert.
Zoom H4n Testaufnahme int. Mics
Zoom H4n Testaufnahme Rode NT5
Also, alles was ich mit Sicherheit aus diesen Aufnahmen schliessen kann ist, dass der Saxophonist zum Üben geschickt werden muss und dass die Qualität der im Zoom H4n eingebauten Mikrofone in Ordnung geht.
siehe auch:
• Zoom H4n - der erste Eindruck
• Zoom H4n - Stamina Mode
• Zoom H4n - System Version 1.30
• Zoom H4n - Stereo Mode
• Zoom H4n - in der C’t kurz vorgestellt
• Zoom H4n - Test in Professional Audio
• Zoom H4n - Deutsche Bedienungsanleitung
• Zoom H4n - im Recording Magazin
• Zoom H4n - System Version 1.40
• Klangfeuer - auf dem Cottbuser Stadtfest
• Zoom Handyrecorder - neue ASIO-Treiber V 1.0.4
• Neue System-Versionen für Zoom Handy-Recorder
• Ich packe meine Tasche…
Akkordwechsel
“dass die Qualität der im Zoom H4n eingebauten Mikrofone in Ordnung geht.”
– Was heißt nun in Ordnung? Der gewisse Aufwand, eine Aufnahme mit ext. Mikros zu betreiben, lohnt sich nicht wirklich (zumindest mit den Rode-Mikros)?
Carlos
Hallo Carlos,
wie so oft: es kommt drauf an.
Lohnenswert an ext. Mics ist in meinen Augen die Flexibilität der Mikrofonpositionierung. Bei den eingebauten Mics bin ich auf X/Y festgelegt und wenn der H4n 3 Meter über dem Boden an einem Galgen hängt (weil dort die günstigste Position für die Mics ist), kann ich ihn nicht mehr bedienen. Ausserdem sind nur so 4 Mic-Signale im 4CH-Mode gleichzeitig aufzunehmen (zwei über int. Mics bzw. Stereo-Plug-In und zwei ext. Mics).
Nur wegen der Klangqualität würde ich keine ext. Mics drantun. Entweder sind die int. Mics gut genug oder der Preamp im H4n zu schlecht.
“In Ordnung” heisst, dass man mit dem Zoom H4n Aufnahmen machen kann, die meine Ansprüche für Audioproduktionen im Amateurumfeld erfüllen. Na ja, am besten ist wohl Du probierst den H4n selbst aus
Beste Grüße!
Hallo,
ich benutzte das H4n fast täglich für diverse Bands, die ich leite. Ich habe den günstigsten Aufstellungsort gefunden und verwende die zusätzlichen Eingänge, um das Mischpult anzuschliessen. Damit kann ich vorallem die Stimmen mehr in den Vordergrund mischen. Die qualitativen Eigenschaften des Gerätes stellen mich sehr zufrieden.
Allerdings finde ich das Nachbearbeiten der 4ch-tracks zeitwaufwändig und suche nach einfacheren Möglichkeiten. Bislang encodiere ich die 4CH-Tracks mit dem H4n selber. Das dauert schon so seine Zeit. Dann ziehe ich die Aufnahmen auf den Rechner, gebe ihnen Titel und wandle sie mit CDex in MP3s um. Die bearbeiteten Aufnehmen schicke ich als mp3-Format an die Musiker. - Mit welchem Programm könnte ich die 4ch-Rohaufnahmen gleich am Rechner bearbeiten (eigentlich nur die Lautstärken von mic/int mischen, Anfang und Ende beschneiden und zu Stereo-Tracks zusammenführen)? LG Ralf
Hallo Ralf,
dem H4n lag doch die Software Cubase LE bei. Hast Du es damit schon einmal versucht? Ich meine, da müßten sich mehrere (Stereo-)Spuren bearbeiten und bouncen/mischen lassen. Also: WAV-Files (4CHxxxM.WAV und 4CHxxxI.WAV) auf den Rechner übertragen, in Cubase als zwei Audiospuren laden, Lautstärke etc. bearbeiten und als Stereo-WAV-File abmischen. Habe Cubase LE allerdings nicht ausprobiert, da ich (Emagic) Logic benutze. Die MP3-Codierung mache ich dann mit Lame.
Gruß, Frank
Hallo Frank,
habe cubase ausprobiert. Nach Eingewöhnung funktionierte auch ganz gut für meine Zwecke. Aber Überraschung: die gebouncten tracks (WAV) hatten zwar nach Umwandlung in MP3s durch CDex die normale 5-7MB Größe - man kann sie aber nicht hören! Sie laufen im MediaPlayer oder ähnlichen Programmen tonlos durch. Woran kann das liegen?
LG Ralf
Hi Ralf, wie hören sich denn die gebouncten WAV-Files an? Sind die in Ordnung, dann müsste das Problem doch am Umwandeln in MP3 liegen, oder? Wenn die WAV-Files auch schon tonlos sind, müsste man sich mal die Einstellungen zum Bouncen in Cubase ansehen.
Beste Grüße, Frank
Vortex Zoom Encoder kann das glaube ich!