Im Wechsel der Akkorde
Montag, 20. August 2007

KEITH JARRETT – THE KÖLN CONCERT

KEITH JARRETT - THE KÖLN CONCERTWerde ich nach meiner Lieblingsmusik oder –platte gefragt, weiß ich regelmäßig keine Antwort. Zu viele Namen und Produktionen gehen mir dann durch den Kopf, als das ich eine herausgreifen und diese nennen könnte. Und letztlich: warum sich beschränken? Nun, heute möchte ich mal eine Aufnahme vorstellen, die mich seit vielen Jahren fasziniert und die ich noch immer (schätzungsweise) zwei Mal im Jahr höre. Ich meine damit Keith Jarretts Solo-Konzert in der Oper Köln – THE KÖLN CONCERT – am 24. Januar 1975. Nacherlebbar für diejenigen, die nicht dabei waren (so wie ich), wird dies durch eine Produktion von Manfred Eicher auf ECM (ECM 1064/65, 810 067-2; aus den sparsamen Angaben der CD geht nicht einmal hervor, welchen Flügel Herr Jarrett dort bearbeitet). Zum ersten Mal habe ich diese Scheibe 1991 bei einem Musikalienhändler, wo ich als Student ein paar Mal ausgeholfen habe, gehört und sie hat mich sofort interessiert. Noch nie vorher hatte ich so etwas gehört und ich konnte die Musik überhaupt nicht einordnen. Aber es hat mich absolut fasziniert und ich musste die Scheibe unbedingt haben.

Diese Musik wird dem Jazz zugeordnet, allerdings sah mein Bild vom Jazz vorher anders aus. In den freien, von Rhythmus und Tonart losgelösten Improvisationen verarbeitet Keith Jarrett verschiedene Elemente und Stile die auf mich unbefangen, frisch, leidenschaftlich, emotional, spielerisch und doch natürlich wirken. Andere Solo-Konzerte wie das PARIS CONCERT (17. Oktober 1988, Salle Pleyel) oder das VIENNA CONCERT (13. Juli 1991, Staatsoper Wien) mag ich auch sehr gern, aber das Konzert in Köln sticht für mich deutlich hervor. Andernorts wird dieses Konzert auch als Meilenstein im Jazz oder als epochales Meisterwerk bezeichnet. Übrigens sind mir kurze Passagen aus diesem Konzert schon oft zur musikalischen Untermalung von Beiträgen im Fernsehen aufgefallen, vorzugsweise für ernsthaftere Themen. Und tatsächlich hat die Aufnahme ein bisschen was von Filmmusik. Keith Jarrett ist auch heute (62-jährig) noch mit Konzerten unterwegs. Wie man allerdings letzthin vernahm (10. Juli 2007, Umbria Jazz Festival in der italienischen Stadt Perugia), sollen seine menschlichen Qualitäten nicht so ausgeprägt sein wie die musikalischen. Was soll’s, niemand ist perfekt. Hauptsache er macht seine Musik. In die aktuell erschienene Video-DVD „KEITH JARRETT – The Art Of Improvisation“ werde ich auf jeden Fall auch mal reinschauen.

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Reaktionen zu “KEITH JARRETT – THE KÖLN CONCERT” (eine)

  1. Maximilian

    Zu der Frage an welchem fabrikat er sich auslässt.

    das war ein alter bösendorfer. Der Flügel auf dem er hätte spielen sollen war fälschlicher weise nicht da, deswegen spielte er dann auf einem alten bösendorfer der vorallem in den oberen bereichen nicht mehr astrein war. (ein grund für die vielen rythmischen elemente im mittleren bereich). auf jeden fall wär das konzert schon fast abgesagt worden.

    mit den besten Grüßen aus Graz

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