Im Wechsel der Akkorde
Montag, 06. April 2009

Zoom H4n – Stereo Mode

Zoom H4nDen Stereo Mode würde ich als den Hauptmodus des H4n bezeichnen, weil er das macht, was ich von einem mobilen Audiorekorder in erster Linie erwarte: Audioaufnahmen über die eingebauten Mikrofone auf eine Stereospur. Der H4n kann allerdings auch Mono-Aufnahmen machen. Dazu muss über das Menü der Mono-Mix eingeschaltet werden. Eine Mono-Aufnahme entsteht also immer durch zusammenmischen von zwei Signalen – man kann also nicht z.B. nur das linke Mikrofon (und nicht das rechte) einstellen. Gleiches gilt für die externen Eingänge 1 und 2, die alternativ als Aufnahmequelle genutzt werden können. Diese sind beim H4n als Kombibuchse aus XLR (symmetrisch) und Klinke (unsymmetrisch) ausgeführt. Daran anschließen lassen sich über die XLR-Buchse z.B. Mikrofone (die mit 24V oder 48V Phantomspeisung versorgt werden können) oder Klangquellen mit Instrumenten- oder Line-Pegel (z.B. Gitarre, Keyboard, etc.) über die Klinken-Buchse.

Die Aufnahmequelle lässt sich mit den Input-Tasten „MIC“, „1“ und „2“ auf der Geräteoberseite umschalten, wobei die Eingänge 1 und 2 im Stereo Mode immer gleichzeitig aktiviert oder deaktiviert werden. Eine weitere Anschlussmöglichkeit findet sich auf der Rückseite des H4n mit einer Mini-Stereoklinkenbuchse für Stereomikrofone, die auch mit Plug-In-Power versorgt werden können. Diese ersetzen dann die internen Mikrofone. Die Aufnahmelautstärke lässt sich für die jeweils aktivierten Eingänge (MIC oder INPUT) über die an der rechten Geräteseite befindliche +/- Tastenwippe „REC LEVEL“ im Bereich von 1 bis 100 (ab System Version 1.30 zusätzlich auch zwischen 0.1 und 0.9) justieren. Die Werte werden für MIC und INPUT separat gespeichert. Erreicht der Aufnahmepegel die 0dB-Marke, wird das Clip-Meter-Kästchen im Display am rechten Ende der Level-Skala ausgefüllt dargestellt. Bei Übersteuerung blinkt der entsprechende Input-Taster wie verrückt. Der H4n bietet im Stereo Mode auch eine M/S-Matrix zur Dekodierung einer Mitte-Seite-Mikrofonanordnung mit einer Acht und z.B. einer Niere.

Alle Aufnahmen im Stereo Mode werden auf der SD-Card unter dem Ordner „STEREO“ in einem der standardmäßig angelegten FOLDER 01 bis 10 gespeichert. Die Folder können über die Folder-Taste gewechselt werden und gestatten gewissermaßen eine Strukturierung, die das Wiederauffinden bestimmter Aufnahmen erleichtern (können). Als Aufnahmeformate stehen im Stereo Mode MP3 in verschiedenen Qualitätsstufen (48, 56, 64, 80, 96, 112, 128, 160, 192, 224, 256 und 320 kbps sowie VBR) und WAV (44,1 kHz mit 16 oder 24 bit, 96 kHz mit 16 oder 24 bit) zur Verfügung und können über die WAV/MP3-Taste ausgewählt werden. Alle Aufnahmedateien können umbenannt, geteilt, gelöscht oder in einen anderen Folder bzw. in ein MTR-Projekt verschoben werden. WAV-Dateien können zusätzlich nach MP3 encodiert, normalisiert oder mit (maximal 99) Markern versehen werden. Das Setzen von Markern bei WAV-Dateien geht übrigens ganz einfach über das Drücken der REC-Taste während der Aufnahme oder Wiedergabe. Die Marker können dann über die Forward- und Rewind-Tasten angesprungen werden. Eine Markerliste der WAV-Datei lässt sich als Übersicht anzeigen. Eine Möglichkeit Marker zu löschen habe ich bis jetzt noch nicht gefunden.

Die zwei im H4n integrierten Effektmodule werden im Stereo Mode (wahlweise zuschaltbar) für einen Low Cut (bei 80, 98, 115, 133, 150, 168, 185, 203, 220 oder 237 Hz) und einen Kompressor bzw. Limiter genutzt (für die es je drei feste und nicht näher beschriebene Programme gibt: COMP1 GENERAL, COMP2 VOCAL, COMP3 DRUM, LIMIT1 GENERAL, LIMIT2 CONCERT, LIMIT3 STUDIO). Zoom H4n mit AKG C3000BWeiterhin gibt es im Stereo Mode Funktionen wie AUTO REC (bei der die Aufnahme mit Überschreiten eines einstellbaren Start-Levels (-48 – 0dB) automatisch startet und bei Unterschreiten eines einstellbaren Stop-Levels (-48 – 0dB) und Ablauf einer einstellbaren Auto-Stop-Zeit (0-5 Sekunden) automatisch stoppt) und PRE REC (bei der 2 Sekunden des während der Aufnahmebereitschaft zwischengespeicherten Aufnahmesignals am Anfang der Aufnahme hinzugefügt werden). Die beiden Funktionen können übrigens leider nicht gleichzeitig genutzt werden. Als Werkzeuge im H4n ausgewiesen sind Tuner (in den Ausprägungen Chromatic, Guitar, Bass, Open A, Open D, Open E, Open G und DADGAD), Metronom, A-B-Repeat und Speed (welches die Wiedergabe von MP3/WAV-Dateinen mit variabler Geschwindigkeit von 50% bis 150% gestattet). Die akustische Kontrolle der Aufnahme geschieht entweder über den in der Geräterückseite eingebauten Monolautsprecher oder über an die mit „Kopfhörer/Line“ bezeichnete Mini-Stereoklinkenbuchse angeschlossene Geräte – mit Einstöpseln eines Steckers verstummt der eingebaute Lautsprecher. Die (gemeinsame) Lautstärke wird über die an der linken Geräteseite befindliche +/- Tastenwippe „VOL“ geregelt. Über das Menü lässt sich ein permanentes Monitoring einschalten – standardmäßig wird das Aufnahmesignal erst mit der Aufnahmebereitschaft an die Abhöre durchgereicht.

Vom Stereo Mode aus kann über einen Menüpunkt eine USB-Verbindung (Laufwerk oder Audiointerface) zu einem Rechner etabliert werden. Nur die USB-Kabelverbindung zu stecken reicht nicht (während des Stereo Mode). Ebenfalls über das Menü kann in einen anderen Mode (4CH, MTR) gewechselt werden. Zoom gibt für den H4n eine Spiel- bzw. Aufnahmedauer von 6 Stunden mit einem Satz Batterien an. Das habe ich ausprobiert: Mit zwei frischen Alkaline-Batterien (Panasonic Xtreme Power) und den Einstellungen MP3 bei 320 kbps, 80 Hz Low Cut, Limiter (General) habe ich eine Aufnahmezeit von 5 Stunden, 15 Minuten und 22 Sekunden erreicht, bevor das Licht (respektive der H4n) ausging.

siehe auch:
Zoom H4n – der erste Eindruck
Zoom H4n – Stamina Mode
Zoom H4n – System Version 1.30
Zoom H4n – 4CH Mode
Zoom H4n – in der C’t kurz vorgestellt
Zoom H4n – Test in Professional Audio
Zoom H4n – Deutsche Bedienungsanleitung
Zoom H4n – im Recording Magazin
Zoom H4n – System Version 1.40
Klangfeuer – auf dem Cottbuser Stadtfest
Zoom Handyrecorder – neue ASIO-Treiber V 1.0.4
Neue System-Versionen für Zoom Handy-Recorder
Ich packe meine Tasche…
Mein erster Auftritt mit dem Tenorsaxophon
Fuerteventura: Nuestra Señora del Carmen in Morro Jable
Jazz im Lauterbach – mit Lu Schulz & Freunden
Marburg: Elisabethkirche


Ergänzung von Audiobeispielen zu Kommentaren:

Zoom H4n interne Mics Level 100
Zoom H4n interne Mics Level 90
Zoom H4n interne Mics Level 80
Zoom H4n interne Mics Level 70
Zoom H4n interne Mics Level 60

Zoom H4n int. Mics Lev. 100 norm.
Zoom H4n int. Mics Lev. 80 normalisiert
Zoom H4n int. Mics Lev. 60 normalisiert

Zoom H4n int. Mics 100 Comp General
Zoom H4n int. Mics 100 Comp Vocal
Zoom H4n int. Mics 100 Comp Drums

VGWort-Zählermarke

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Reaktionen zu “Zoom H4n – Stereo Mode” (11)

  1. Hallo,

    unter anderem die guten Resultate dieser Webseite haben mich davon überzeigt, ebenfalls einen Zoom H4n zu kaufen.
    Leider bin ich aufgrund des recht starken Eigenrauschens etwas enttäuscht. Aufgrund einzelner Aufnahmen im Internet bin ich davon ausgegangen, dass das Eigenrauschen recht minimal ist.
    Daher würde ich gerne wissen, ob dies an nur meinem Gerät oder an dem Zoom H4n generell liegt.

    Wäre es Ihnen unter Umständen möglich, eine sehr leise Aufnahme mit den verwendeten Aufnahmesettings (Recording level etc.) zu posten?

    Ich wäre Ihnen sehr verbunden,
    Mike

  2. Hallo Mike,

    ich werde mich bemühen, bitte jedoch um Geduld bis nach dem Wochenende.

    Beste Grüße!

  3. Vielen Dank im Voraus!

    Ich habe soeben übrigens ein wenig mit einem externen Mikrofon herumgespielt und ein Studio Projects B1 an den H4n angeschlossen. Im MTR Modus habe ich dann das Rauschen des B1 mit dem Rauschen der eingebauten Mikrofone (ebenfalls „Mono“) verglichen und festgestellt, dass das Rauschen hiervon unabhängig auftritt. Bei beiden habe ich den RecLevel auf 100 gestellt und das H4n anschließend ruhig auf einem Tisch liegen lassen.

    Ich bin sehr gespannt auf Ihre Ergebnisse.

    Herzliche Grüße,
    Mike

  4. Nur mal so als schnelle Idee (ohne, dass ich es im Moment ausprobieren könnte). 100 ist der höchstmögliche RecLevel, richtig? Nach meiner Erinnerung ist es so, dass wenn ich meinen Zoom H4n in Aufnahmebereitschaft mit RecLevel 100 auf den Tisch lege und mein Schlüsselbund vorsichtig daneben, übersteuert es schon (INPUT-Taster blinkt wie verrückt). Oder anders: Was ist das Nutzsignal? Ich meine, dass ich in der Praxis meistens Werte zwischen 70 und 80 für Signale in Zimmerlautstärke eingestellt habe. Vielleicht probierst Du es mal. Für die Aufnahme eines Saxophons in ca. 50 cm Abstand war (glaube ich) der RecLevel auf 30 eingestellt.

  5. ja, richtig, 100 ist der höchstmögliche Level (Firmware 1.2).

    Mein Nutzsignal, wo mir das Rauschen das erste Mal bewusst wurde, war eine Naturumgebung (Blätterrauschen, Vögel, Wasserplätschern), wofür ich den Record Level recht hoch gedreht habe. Eine andere Aufnahme war ein Gewitter. Zum Test und Vergewissern habe ich mich dann noch einmal beim Zähneputzen aufgenommen – hier war das Rauschen in den ruhigen Passagen sehr präsent.

    Dennoch, ich werde heute oder morgen den „Schlüsselbundtest“ einmal ausprobieren, Danke für den Tip. Zusätzlich mache ich ein paar Testaufnahmen mit der Gitarre. Die Ergebnisse werde ich hier präsentieren, damit auch andere Interessierte etwas davon haben.

  6. Für alle Interessierten habe ich mein Eigenrauschen hier hochgeladen: http://drop.io/GwarDrazul

    Die Aufnahme ist eine 24/16 Wave Datei bei einem RecLevel von 100.

    In einem Internet-Forum war ein Benutzer so nett, die Datei zu analysieren.
    Zitat:“requency Analysis shows a peak of -50dB at 100Hz near the beginning (sounds like distant traffic noise), all other frequencies at below -70dB, apart from occasional spikes where outside sounds intrude.

    Frequency Statistics here showed left channel peak at -38.5dB, right at -31.49dB.

    So the „raw“ figures suggest your file is actually quieter than the one previously posted!

    Interestingly, I suspect because the second file contains almost no recognisable „sound“ such as footsteps, birds etc, the perception could be that it does contain more hiss than the first.“

    Hinweis: Als Referenz diente die Aufnahme eines anderen Users.

    Viele Grüße,
    Mike

  7. So, ich habe am Wochenende (sozusagen auf der grünen Wiese) ein paar Audiobeispiele angefertigt und sie oben am Ende des Artikels eingefügt. Es sind nur Umgebungsgeräusche, da es sehr ruhig war. Den Anfang machen Aufnahmen mit den REC LEVEL Einstellungen 100, 90, 80, 70 und 60. Die Aufnahmen (MP3 192kbps) sind gänzlich unbearbeitet und inklusive Ein- bzw. Ausschaltgeräuschen. Danach habe ich zum Vergleich noch die Aufnahmen mit den REC LEVEL Einstellungen 100, 80 und 60 auf -0.3dB normalisiert. Zusätzlich habe ich noch drei Aufnahmen bei REC LEVEL 100 mit Kompressor in den Einstellungen GENERAL, VOCAL und DRUM gemacht.

  8. Wow! Vielen Dank für die große Mühe. Ich werde die Ergebnisse zu Hause mal mit meinen Vergleichen.

    Schöne Grüße

  9. Hallo, das Eigenrauschen des Zoom H4n hängt stark von dem REC Level ab. Ich habe einige Aufnahmen machen können mit einem Aufnahmepegel zwischen 45 und 70 mit 2x Westerngitarre und Gesang über die internen Mics. Das Rauschen ist minimal bei REC Level 70 vernehmbar, geht allerdings völlig unter sobald lautere Passagen gespielt werden. Bei REC Level 45 – 55 gibt es kein vernehmbares Eigenrauschen. Der Auto-REC-LEVEL erzeugt sehr stark verrauschte Aufnahmen genauso die Einstellungen bei einem REC-LEVEL zwischen 80 und 100. Aus meiner Sicht ist ein Auspegeln des Aufnahme Signals vor jeder Aufnahme zwingend notwendig. Das H4n erzeugt dann auch sehr ansprechende Ergebnisse.

  10. Hallo UpRock, das ist sehr interessant, danke. Die Level-Werte muss ich unbedingt mal ausprobieren. Es deckt sich mit meinen Erfahrungen (auch unabhängig vom H4n), dass man sich mit dem Ein- bzw. Auspegeln etwas Mühe geben sollte um eine gute Aufnahme zu bekommen.
    Beste Grüße!

  11. Hmm, schon länger her…
    … doch in den letzten jahren auch (fast) keine Probleme mit dem Zoom H4n gehabt.

    Nun jedoch das Problem, dass eine 320 kbps – Aufnahme über die integrierten Mikrofone im MP3-Format per Akku bereits nach 20 min oder so abbrach mit der Meldung „card full“. Im Netz konnte ich leider keine Lösung finden. Doch meine Vermutung ist, nach weiteren Tests und jetzt, wo gerade eine 256 kbps-Aufnahme durchläuft seit 1 Stunde, dass diese max. kbps-Rate ein Problem sein kann (die 8 GB-SD-Karte sollte schnell genug sein).

    Ist Dir/Euch dieses Problem bekannt?

    Grüße, Baschtl

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