Zoom H4n - Stamina Mode
Der Stamina Mode beim Zoom H4n ist eine Einrichtung zum Sparen. Genauer gesagt zum Stromsparen mit dem Ziel, die Batterielaufzeit zu erhöhen. Stamina steht in diesem Zusammenhang wohl für Ausdauer, Zähigkeit, Durchhaltevermögen und/oder Kondition. Im Gegensatz zu den anderen Modes des H4n (STEREO, 4CH, MTR) lässt sich der Stamina Mode nicht über einen Menüpunkt umschalten, sondern wird durch Umlegen eines kleinen Schalters im Batteriefach und anschließendem Einschalten des Gerätes aktiviert. Aus diesem Mode kann man wiederum nicht zu den anderen Modes zurückwechseln ohne das Gerät auszuschalten, das Batteriefach zu öffnen, den Schalter in die Ausgangsposition zu bringen, das Batteriefach zu schließen und das Gerät wieder einzuschalten. Der Grund dafür ist vermutlich darin zu suchen, dass bestimmte (stromverbrauchende) Systemteile gar nicht erst hochgefahren werden. Der Stamina Mode stellt sich für mich als spezielle Form des Stereo Mode dar: die Stereo-LED leuchtet, die Aufnahmedateien werden unterhalb des Ordners STEREO auf der SD-Karte abgelegt und die Aufnahme und Wiedergabe ist auf zwei Spuren begrenzt. Die Darstellung im Display ist mit der im Stereo Mode identisch, nur dass unten links „STAMINA“ angezeigt wird. Funktional sind gegenüber dem Stereo Mode einige Einschränkungen hinzunehmen:
Das Aufnahmeformat ist fest auf WAV mit 44,1 kHz und 16 bit eingestellt.
Demzufolge hat die [WAV/MP3]-Taste (mit der ansonsten das Aufnahmeformat gewählt werden kann) hier keine Funktion. Die WAV-Dateien können im Stamina Mode nicht nach MP3 encodiert, nicht normalisiert, nicht geteilt und nicht verschoben werden. Die [SPEED]-Taste hat keine Funktion, d.h. die Wiedergabe in variabler Geschwindigkeit ist in diesem Mode nicht möglich. Weiterhin kann kein Kompressor oder Limiter genutzt werden. Ein Low Cut hingegen kann in den Signalweg geschaltet werden. Die MS-Matrix ist nicht verfügbar, die Pre-Rec-Funktion ist nicht nutzbar und es werden keine Tools (Tuner, Metronom, A-B-Repeat) angeboten. Außerdem kann man im eingeschalteten Zustand keine USB-Verbindung mit dem Computer etablieren.
All dieser Verzicht soll laut Zoom zu einer Laufzeit (und im besten Fall einer Aufnahmezeit) von 11 Stunden mit einer Batteriefüllung führen. Nur eine geschönte Werbeaussage? Keineswegs. Ich habe den Test gemacht und dazu zwei frische Alkaline-Batterien der Mittelklasse (Panasonic Xtreme Power) eingelegt und die Aufnahme gestartet. Den Low Cut hatte ich nicht aktiv. Da meine größte SD-Karte nur 4 GB fasst, musste ich nach ca. 6 Stunden eingreifen, die Aufnahme stoppen, SD-Karte formatieren und die Aufnahme erneut starten - der Speicherplatz hätte sonst nicht ausgereicht. Übrigens handhabt der Zoom H4n das so, dass er die Aufnahmedatei (auf der mit FAT32 formatierten SD-Karte) bei 2047,0 MB abschließt und die Aufnahme in einer neuen Datei fortsetzt. Am Ende hatte der Zoom H4n insgesamt vier Dateien mit zusammen 6.628,7 MB geschrieben und damit eine Aufnahmezeit von 10 Stunden 56 Minuten und 43 Sekunden erreicht, bevor die Batterien aufgegeben haben.
Wie sinnvoll ist der Stamina Mode? Nun, in ganz bestimmten (kritischen) Situationen kann es wichtig sein, keine Sekunde zu versäumen. Das sollte man aber vorher wissen, denn der Zoom H4n lässt sich nicht mal eben auf „Stromsparen“ umschalten wenn man merkt, dass es eng werden könnte. Voraussetzung ist natürlich, dass der Speicherplatz auf der SD-Karte reicht. Aber SD-Karten mit 8 GB kosten ja auch nicht mehr die Welt… Notwendige Bearbeitungsfunktionen kann man später auch im Stereo Mode erledigen, falls man die Dateien nicht ohnehin auf dem Rechner weiterverarbeitet. In der Praxis hat dieser Mode für mich sicher nicht die große Relevanz. Aber trotzdem schön, dass es ihn gibt.
siehe auch:
• Zoom H4n - der erste Eindruck
• Zoom H4n - System Version 1.30
• Zoom H4n - Stereo Mode
• Zoom H4n - 4CH Mode
• Zoom H4n - in der C’t kurz vorgestellt
• Zoom H4n - Test in Professional Audio
• Zoom H4n - Deutsche Bedienungsanleitung
• Zoom H4n - im Recording Magazin
• Zoom H4n - System Version 1.40
• Klangfeuer - auf dem Cottbuser Stadtfest
• Zoom Handyrecorder - neue ASIO-Treiber V 1.0.4
• Neue System-Versionen für Zoom Handy-Recorder
• Ich packe meine Tasche…
Akkordwechsel
Vielen Dank für die sehr gute Erklärung des Stamina Modus! Hatte mich schon eine Weile gefragt, was die genauen Auswirkungen sind und wie das funktionieren soll.
ist es im stamina mode möglich externe micros mit 48v zu speisen??
lg petra
Hallo Petra,
ja im Stamina Mode lässt sich die Phantomspeisung mit 24V oder 48V für die XLR-Inputs und Plug-In-Power für Stereomikrofone an der Mini-Stereoklinkenbuchse über das Menu->Input einschalten.
Beste Grüße,
Frank