Im Wechsel der Akkorde
Freitag, 20. April 2012

Küchen – HDR – Kugelpanorama

Bei meinen Versuchen, HDR-Kugelpanoramen zu bauen, habe ich mittlerweile ein paar Erkenntnisse gewonnen. Die eine wäre zum Beispiel: in Innenräumen ist es zwar einfacher, alles was sich bewegt zu kontrollieren (draußen z.B. vorbeiziehende Wolken, Passanten, etc.), dafür warten drinnen aber andere Herausforderungen, wie z.B. spiegelnde Flächen. HDR-Kugelpanoramen von Innenräumen sind deshalb vielleicht nicht grundsätzlich einfacher.

Im Übrigen hatte ich recht hartnäckig Probleme beim Stitchen. Genauer gesagt mit Stitching-Fehlern, die in Innenräumen wegen der streng geometrischen Ausrichtung auch stärker auffallen. Ich hatte schon kurz Zweifel an meiner Stitching-Software (PanoramaStudio Pro), von der ich ja sonst überzeugt bin. Allerdings konnte das PTGUI keineswegs besser, wie ich nach einigen Versuchen mit der Demo herausgefunden hatte.

Natürlich ging es ohne HDR-Bilder (also wenn ich mir nur die mit 0 EV richtig belichteten Bilder einer Belichtungsreihe herausgesucht habe) deutlich besser, aber das ist ja nicht die Herausforderung. Bei (u.a.) Buchautor Reinhard Wagner habe ich gelesen, dass man vernünftiger Weise zuerst die HDR-Bilder aus den Belichtungsreihen erzeugt (ohne Tonemapping), die HDR-Bilder stitcht und danach erst das Tonemapping erledigt. Nun, mein PanoramaStudio kann keine (32-bit-floating) HDR-Bilder stitchen. Aber das probehalber mit PTGUI versuchte Stitchingergebnis der HDR-Bilder war auch nicht zu hoffnungsvoll.


Sicher muss ich nur besser geeignetes Bildmaterial zum Stitchen bereitstellen. Dabei war ich von meiner Ausgangsüberlegung rundum überzeugt: Ich möchte Kugelpanoramen mit meinem Canon EF 16-35 L II USM bei 16mm Brennweite an meiner Kleinbildkamera Canon EOS 5D Mark II machen. Also habe ich horizontal bei 8 Bildern und dem vertikalen Bildwinkel des Objektivs von 74° (weil im Hochformat) eine komfortable Bildüberlappung von 39% (horizontaler Schrittwinkel 45°). In der Vertikalen reichen mir durch den horizontalen Bildwinkel des Objektivs von 98° zwei Aufnahmereihen plus Zenit und Nadir und ich habe ebenfalls eine Überlappung von 39% (vertikaler Schrittwinkel 60°). Zwei mal acht plus zwei für Nadir und Zenit macht achtzehn Belichtungsreihen mit je drei Bildern ergeben eine Gesamtanzahl von 54 Bildern für ein HDR-Kugelpanorama.

Ja, ich versuche das tatsächlich mit einem Weitwinkelobjektiv und ohne Fisheye. Der einfache Grund ist: ich habe (noch) kein Fisheye. Außer, dass es ein paar mehr Aufnahmen braucht, habe ich auch noch keinen Grund in Erfahrung gebracht, warum das nicht funktionieren sollte. Oder?

Bei Oli Opper hatte ich dann – übrigens in der Begründung für Fisheye-Objektive – vor Kurzem gelesen, dass in meinem speziellen Fall zwei Aufnahmereihen unter Umständen nicht ausreichen. Also habe ich es probehalber mit drei Reihen (ohne Zenit und Nadir) versucht (vertikaler Schrittwinkel 45°), was zu einer Gesamtanzahl von 72 Bildern führt. Die Stitchingergebnisse wurden aber nicht besser. Eher im Gegenteil.

Jede Nahtstelle zweier Bilder ist eine potentielle Fehlerquelle. Je mehr Bilder, desto mehr Probleme. Dann habe ich es halt mit weniger Bildern versucht: Schon auch zwei Reihen mit 8 Bildern, aber die obere und untere Reihe mit dem vertikalen Schrittwinkel von 45°. Dadurch benötige ich kein Zenitbild und keins vom Nadir (bei dem sowieso nicht viel mehr als das Stativ zu sehen ist). Außerdem habe ich die mittlere Reihe einfach weggelassen. Ich decke also den vertikalen Bildwinkel von 180° mit zwei Reihen Hochformatbildern bei einem (horizontalen) Objektivbildwinkel von 98° ab. Der Überlappungsbereich ist zwar denkbar schmal, aber das Ergebnis kann man im gezeigten Küchen-HDR-Kugelpanorama sehen. Das waren dann zwei (Reihen) mal acht (Belichtungsreihen) mal drei (Bilder je Belichtungsreihe) macht achtundvierzig Aufnahmen.

Es gibt dort zwar auch noch ein paar Stitchingfehler. Die sind aber vergleichsweise unbedeutend. Interessant wird sein, ob ich so ein unproblematisches Ergebnis mit genau dieser Bildwahl aber anderen Motiven wiederholen kann oder ob es ein Zufallstreffer war. Warum sollte ich dann nicht auch horizontal mit 6 statt 8 Bildern auskommen?

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