Im Wechsel der Akkorde
Mittwoch, 08. Februar 2012

Gregory Porter – Be Good

Gregory Porter - Be GoodIch hatte die Gelegenheit, schon einmal vorab in das am 17. Februar erscheinende zweite Album „Be Good“ des Jazzsängers Gregory Porter reinzuhören. Nachfolgend meine Eindrücke:

Eines vorab: Das ist unverkennbar Gregory Porter, aber doch ganz anders als auf „Water“. Während ich beim ersten Album das Gefühl hatte, dass er die Bandbreite seines Könnens darstellt, so erscheint mir diese Scheibe vom Stil her geradliniger und zusammenhängender. Hier sind Soul und Balladen bestimmend und damit das, was mir an „Water“ am meisten gefällt. Da Gregory Porter die meisten Songs selbst schreibt, ist das also ganz bewusst geschehen. (Ich habe außerdem herausbekommen, dass es nur ein Song nicht auf das Album geschafft hat und das war auch Gregory’s Entscheidung.)

„Be Good (Lion’s Song)“ – davon gab es schon die Single-Auskopplung (als MP3-Download). Dieser Titel hat für mich ein gewisses Hit-Potential und er ist nicht umsonst namensgebend für das Album. Allerdings gibt es erfreulich viele weitere Highlights, z.B. „On My Way To Harlem“, „Real Good Hands“, „When Did You Learn“ oder „Mother’s Song“. Wobei mir „Painted On Canvas“, „The Way You Want To Live“, „Imitation Of Life“ und „Our Love“ auch sehr gut gefallen.
Es gibt einen Titel („Bling Bling“), der für mich klar das „Jazz-Etikett“ bekommt und sich aus dem Album etwas hervorhebt. Die Scheibe endet mit einer wunderbaren a-capella-Version von „God Bless The Child“.

Das Album wurde in 3 Tagen (20.-22.06.2011) bei Mike Marciano im System Two (Brooklyn, NY) eingespielt (wo übrigens auch Lutz Häfners „Bar Talk With Bela“ aufgenommen wurde) und von Brian Bacchus produziert.

Die Musiker hat sich Gregory Porter für die Aufnahmen selbst zusammengestellt: Chip Crawford am Piano, Aaron James am Bass, Emanuel Harrold am Schlagzeug, Yosuke Sato am Altsaxophon. An jeder Stelle hinreißend die Soli von Keyon Harrold (trumpet, übrigens Emanuel’s Bruder) und Tivon Pennicot (tenorsax). Kamau Kenyatta hat ein paar hübsche Bläsersätze arrangiert (die aber nie dick auftragen) und auch mal das Sopransaxophon gespielt.
Ich habe die Musiker auf dieser Platte als eingespieltes und wunderbar tightes Ensemble wahrgenommen – eine Freude ihnen zuzuhören.

Wenn auch keine echte Live-Atmosphäre aufkommt, so klingen die Aufnahmen doch sehr akustisch im positiven Sinne. Obwohl sie recht dicht gemischt sind und auch auf dem berüchtigten Küchenradio funktionieren, haben die Songs gut Luft zum Atmen. Zusammen mit den ausgewogenen Kompositionen Porter’s schafft das nach wenigen Minuten eine intime Atmosphäre und ich hatte den Eindruck, nach und nach tiefer in die Songs reinhören zu können. Meiner Meinung nach ein Album, dass man im Ganzen hören sollte.

Übrigens, da ich Gregory Porter noch nirgends ohne diese Kopfbedeckung gesehen habe: dabei handelt es sich nicht etwa um einen zweifelhaften Versuch den Wiedererkennungswert zu steigern (was Gregory Porter mit seiner Stimme auch nicht nötig hätte) – es ist einfach eine Maßnahme seine Haut zu schützen, da er an einer Hautkrankheit leidet.

Unter dem Strich: Ich finde „Be Good“ ausgeglichener, unaufgeregter, intimer, stilsicherer und musikalisch tiefer gehend als „Water“. Meiner Überzeugung nach spricht es in jedem Fall ein breiteres Publikum an. Möglicher Weise bringt Gregory Porter das in der Jazzszene keine zusätzlichen Loorbeeren ein, aber das kann den Hörgenuss sicher nicht trüben. Klare Empfehlung.

(Reinhören auf believeband.com)

(Be Good auf Youtube)

VGWort-Zählermarke

Stichwörter: , , , , , , , , , , , , , , , , , , , , , ,

Reaktionen zu “Gregory Porter – Be Good” (eine)

  1. So nach dem Reinhören in „Be Good (Lion’s Song)“ muß ich sagen, gefällt mir gut. Macht auf jeden Fall Lust auf mehr. :-)

Einen Kommentar schreiben




 Hier kein Häkchen setzen
 Ich bin kein Spambot

Hinweis: Kommentare von bisher unbekannten Schreibern (Name und eMail) oder mit mehr als einem Link werden moderiert.