Im Wechsel der Akkorde
Dienstag, 13. September 2011

Zweites Zwischenfazit meines Saxunterrichts

Nach meinem ersten Zwischenfazit nach zehn Unterrichtsstunden ziehe ich nun ein zweites nach insgesamt 20 Stunden Saxophon-Unterricht am Konservatorium Cottbus. Was hat sich also inzwischen getan?

Zunächst einmal kann ich – zu meiner eigenen Freude – feststellen, dass ich weitere Fortschritte mache. Sicher sind sie nicht mehr so groß und deutlich wie am Anfang. Auch scheint es mir kein gerader, ebener Weg zu sein. Manchmal geht es erst zwei Schritte zurück, bevor es danach drei Schritte voran gehen kann. Dennoch spiele ich jetzt etwas schwierigere Stücke und ich spüre eine gewisse Sicherheit, mir diese dank geeigneter Methoden erarbeiten zu können.

Ich bin davon überzeugt, dass ich mich technisch verbessert habe und spüre so langsam, dass die Finger wieder anfangen zu laufen. Allerdings gibt es auch immer mal wieder Koordinationsprobleme – da wollen die Finger nicht das tun, was sie sollen.

Auch was die Phrasierung angeht, habe ich das Gefühl diese deutlich gezielter und mit mehr Gestaltungsmöglichkeiten umzusetzen. Mein Ansatz hat sich hingegen nicht verbessert. Spätestens nach 90 Minuten spüre und höre ich die Ermüdung.

Nicht ganz unwichtig ist mir auch, dass sich meine Motivation zum Üben ungefähr auf dem bisherigen Niveau gehalten hat. Das Saxophonspielen ist mir allem voran ein Bedürfnis geworden. Ich habe jetzt insgesamt 207 Stunden Saxophon gespielt – seit dem ersten Zwischenfazit sind es 104 Stunden. Die durchschnittliche wöchentliche Spielzeit beträgt damit knapp 6 Stunden. Nach wie vor ist es nicht ganz einfach, mir diese Zeit neben Familie und Beruf zu organisieren.

Die Tonformung betreffend habe ich einiges dazugelernt. Aber ich bin in dieser Hinsicht noch lange nicht zufrieden. Ich denke, dass dies in nächster Zeit meine größte Baustelle sein wird. Auch auf die Gefahr hin, die Ursache nicht an der richtigen Stelle (nämlich bei mir selbst) zu suchen, sehe ich mich momentan nach einem anderen Mundstück um. Bisher habe ich allerdings keines gefunden, das mich in dieser Frage noch besser unterstützt. Allein die Erfahrungen beim Probieren mit anderem Equipment (Mundstück, Blätter) sehe ich aber als Bereicherung an.

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Reaktionen zu “Zweites Zwischenfazit meines Saxunterrichts” (13)

  1. Hallo Frank,

    Du übst wirklich konsequent – und das neben dem Job her, Respekt. Werde Deinen Blogeintrag auf http://www.facebook.com/reedguard posten…

    Grüße aus Stuttgart

    Daniel

  2. Vielen Dank, Daniel, und beste Grüße!

  3. 21. Saxstunde (20.09.)
    Auch heute haben wir (wie schon in der letzten Stunde) im Trio gespielt – Rebecca (Altsax), mein Saxlehrer (Altsax) und ich (Tenor).
    So saßen wir also wieder im Halbkreis um einen Notenständer und haben einige Stücke vom Blatt gespielt.

  4. 22. Saxstunde (27.09.)
    In dieser Stunde haben wir uns ausschließlich die Tenorstimmen einiger für ein Saxophonquartett arrangierter Stücke angesehen, und zwar: Two Bach Preludes, Wedding, Andante, Menuetto and Finale von J.C.Bach, Album Leaf, Swing Shift, Clementine’s Boogie Woogie, Blue Monk und The Pink Panther.
    Dabei habe ich nicht einmal alle Stücke im Ganzen durchgespielt. Vielmehr haben wir uns nur auf die „interessanten“ Stellen konzentriert und zu jedem Titel die Phrasierung und den Ablauf besprochen.
    Den Rest darf ich mir bis zum nächsten Mal selbst erarbeiten.

  5. 1. Saxquartett-Probe (04.10.)
    An diesem Dienstag fand kein Unterricht am Konservatorium statt, da wir in Brandenburg Herbstferien haben. Statt dessen bin ich zur ersten Probe eines in Gründung befindlichen Saxophonqartetts gegangen. Dort möchte ich gern die Tenorstimme spielen. Mein Saxlehrer spielt hier das erste Altsax bzw. Sopran und hat mich zum Mitmachen ermutigt. Zwei weitere erfahrene Musiker, die ich bis dahin nicht kannte, spielen Altsax und Bariton.
    Wir mussten uns erst einmal beschnuppern. Kaum war das Blatt aufgezogen, wurde gleich mal eine Duftmarke in Form eines möglichst virtuosen Laufs gesetzt. Aha,…
    Nachdem wir uns im Halbkreis aufgebaut hatten (Bariton rechts neben mir, die anderen links) (blöder Weise hatte ich meinen Notenständer vergessen und musste meine Noten an der Lehne eines Schaukelstuhls befestigen) wurden eine Reihe von Titeln aus einer „Bestandsmappe“ zum Test gespielt.
    Die Titel, die wir in der letzten (22.) Stunde durchgegangen sind und die ich zu Hause geübt hatte, konnte ich einigermaßen mitspielen. Bei einigen anderen („Kommt, lasst uns doch noch den und den spielen…“) habe ich nicht wirklich Land gesehen.
    Abschließend wurde diskutiert, wie (und ob) wir weitermachen wollen. Wir haben gemeinsam beschlossen auf Qualität zu setzen. Das heisst, dass wir nicht zu schnell zu viele und zu schwere Titel auf zu frühen Auftritten spielen wollen.
    Für den Anfang haben wir eine Liste mit sechs einfachen Titeln, an deren Interpretation wir beim nächsten Mal intensiv arbeiten wollen.
    Ich bin schon gespannt, ob wir uns in dieser Formation wiedersehen werden. Der Termin (18.10.) steht jedenfalls.

  6. 23. Saxstunde und 2. Saxquartett-Probe (18.10.)
    Gestern hatte ich erst die Unterrichtsstunde am Konservatorium und danach die Probe im (vollständigen) Saxophonquartett.

    In der Unterrichtsstunde haben wir uns die Titel „Swing Shift“ (Lennie Niehaus) und „Clementine’s Boogie Woogie“ näher angesehen. Bei beiden Titeln standen die Phrasierung und Dynamik im Vordergrund.
    Zusammen mit Rebecca (Altsax) habe ich noch die Ballade „Back For Good“ (Sax Ballads, Rolf Becker) unisono mit Playalong gespielt.

    Im Quartett haben wir einige von der Liste unserer einfachen Titel gespielt („Wedding“, „Andante, Menuetto and Finale“ (J.C.Bach), „Album Leaf“ (Edvard Grieg), „Clementine’s Boogie Woogie“) und vorrangig auf eine saubere Intonation und synchrone Phrasierung geachtet.
    Vieles davon klang schon sehr ordentlich – ich hatte zwischendurch direkt mal eine Gänsehaut bekommen. Ich denke, dass ich mich gut einbringen konnte und die besprochenen Änderungen prompt umgesetzt habe. Meine Solostellen kamen auch.
    Dann kam noch jemand auf die Idee, doch mal einen Titel vom Blatt zu spielen. Der Titel „Ain’t Misbehavin“ sollte es sein. Die Noten hatte ich noch nie gesehen und trotzdem ich mich sehr bemüht habe, konnte ich doch nur phasenweise mitspielen. Wenigstens wusste ich immer an welcher Stelle wir gerade waren und konnte mehrfach wieder einsteigen, wenn ich zuvor an einer schwierigen Stelle gescheitert bin. Na gut, zum nächsten Mal kann ich den auch…

  7. 24. Saxstunde und 3. Saxquartett-Probe (01.11.)
    Diese Stunde wurde ganz der Vorbereitung der nachfolgenden Saxquartett-Probe gewidmet.
    Zunächst haben wir uns noch einmal „Swing Shift“ richtig vorgenommen. Wir haben an Phrasierung und Dynamik gearbeitet und einige technische Details trainiert.
    Dann war der Titel „Ain’t Misbehavin'“ dran, den wir ja bei der letzten Quartett-Probe spontan in unser Programm aufgenommen haben. Zu Hause hatte ich soweit vorgearbeitet, aber insbesondere die Rhytmik war mir nicht an jeder Stelle eingängig. Gerade die, in Verbindung mit Dynamik und Phrasierung, machen m.E. den Reiz dieses schönen Titels im Ensemble aus. Also gab es viel zu tun und die Unterrichtsstunde war wieder wie im Flug vorbei.

    In der anschließenden Quartett-Probe haben wir dann einige Titel gespielt, aber weder „Swing Shift“ noch „Ain’t Misbehavin'“. Statt dessen „A Night In Tunisia“ (Dizzy Gillespie), „Petite Fleur“ (Sidney Bechet) und „Oh, Lady Be Good“ (Gershwin) vom Blatt. Meine Begeisterung bei dieser Art Spontaneität meiner Mitspieler hält sich in Grenzen, denn ich habe damit so meine Probleme. Andererseits war es eine sehr gute Übung. Irgendwie bin ich auch über die Runden gekommen.
    Ausserdem haben wir noch „Blue Monk“ (Thelonious Monk) gespielt, aber den hatten wir in der ersten Probe schon mal auf dem Pult liegen. Und wir haben “Andante, Menuetto and Finale” (J.C.Bach) wiederholt, was als Abschluss sehr schön war.

  8. 25. Saxstunde (08.11.)
    Auch heute haben wir wieder Titel für das Saxophon Quartett behandelt.
    Zunächst noch einmal „Ain’t Misbehavin'“, insbesondere die Phrasierung in den Läufen und Solostellen.
    Dann haben wir „Birdland“ angefangen und versucht den Titel zusammen zu spielen.
    Die Unterrichtsstunde war sehr schnell um und Hausaufgaben habe ich auch genug.

  9. 26. Saxstunde (15.11.)
    Gestern hatte ich das große Glück gleich zwei Unterrichtsstunden hintereinander absolvieren zu können, da ein anderer Schüler verhindert war.
    In diesen 90 Minuten konnten wir die aktuellen Titel des Saxophon Quartetts sehr gründlich durchgehen:
    – Ain’t Misbehavin’ (Fats Waller / Harry Brooks)
    – A Night In Tunisia (Dizzy Gillespie)
    – Birdland (Joe Zawinul)
    – Pink Panther (Henry Mancini)
    Das hat nicht nur richtig Spaß gemacht – ich hatte danach auch das gute Gefühl, etwas geschafft zu haben.

  10. 27. Saxstunde (22.11.)
    Eigentlich wollten wir mal wieder etwas anderes machen als die Stücke für das Saxophon-Quartett. Aber ich habe darum gebeten, dass wir uns noch mal eine bestimmte Stelle im „Pink Panther“ ansehen. Gut, dann haben wir es schon noch mal zusammen durchgespielt.
    Dann können wir aber auch noch mal „Birdland“ kurz durchgehen. Und in „A Night In Tunisia“ gab es auch eine sehr interessante Stelle – die können wir auch noch mal gucken.
    Und schon war die Stunde wieder (eins-fix-drei) vorbei.

  11. 28. Saxstunde (06.12.)
    In dieser Stunde sind wir dann tatsächlich mal auf eine der Saxophon-Schulen zurück gekommen, und zwar die „Jazzmethode für Saxophon“ von O’Neill. Der Wiedereinstieg gelang mit „Lady Pres“. Nach drei Versuchen, zwischen denen wir noch an der Phrasierung gearbeitet haben, galt der Titel als abgenommen.
    Danach habe ich „Country Road“ gespielt. Noch ein paar Phrasierungshinweise, Wiederholung fertig.
    Der nächste Titel – „Euphrates“ – war schon eine andere Herausforderung. Nicht etwa, weil er technisch schwierig wäre, sondern weil hier improvisiert werden soll.
    Der Titel besteht aus vielen achttaktigen Blöcken: der erste ist ein Intro mit Pause für Saxophon, dann vier ausnotierte Blöcke, dann einige Improvisationsblöcke.
    Im ersten Takt jedes Improvisationsblocks steht ein eigener Notenvorrat als Hilfe bereit, damit man weiss, was klingen könnte/müsste – denn in jedem Block ändert sich die Tonart.
    Nun, ich habe mich beim Improvisieren natürlich aus den angebotenen Noten bedient und versucht, das rhytmische Muster, welches in den vorangehenden Blöcken geprägt wurde, wiedererkennbar zu machen und manchmal auch bewusst nicht zu wiederholen. Ich denke, die gestellte Aufgabe habe ich erfüllt.
    Dann haben wir mit „Endless Night“ noch einen Tango gespielt.
    Für die nächste Stunde habe ich als Hausaufgabe bekommen, mich mit hohen Tönen zu beschäftigen und „Oh When the Saints Go Marching In“ zu spielen.

  12. 29. Saxstunde (13.12.)
    Gestern war Rebecca wieder einmal da und wir haben zusammen mit unserem Lehrer ein Saxophon-Trio gebildet.
    Zuerst haben wir ein Stück aus Max Regers „Albumblatt“ auf das Pult gelegt bekommen.
    Mein Part für Tenorsaxophon bestand größtenteils aus Synkopen. Ansonsten war daran nichts schwierig. Ich konnte mich schon beim zweiten Mal ganz gut auf die Umsetzung der notierten Dynamik konzentrieren.
    Aber so romantisch, wie das Stück ist, hat sich unser Spiel garnicht angehört. Irgendwie sind wir nicht so recht zusammengekommen. Nach einigen Versuchen hat unser Lehrer entnervt aufgegeben.
    Dann haben wir es noch mit einem weiteren Trio-Stück versucht. Ich kann mich nicht mehr erinnern, was es war. Wenn ich ein neues Stück vor die Nase bekomme, sehe ich zuerst nach der Tonart und dem Tempo. Dann versuche ich die schwierigste Stelle zu finden und schon mal in einer Trockenübung durchzugreifen. Titel und Komponist nehme ich in dem Moment nicht bewusst wahr.
    (Titel und Komponist des ersten Stückes geistig zu rekonstruieren, war ein hartes Stück Arbeit…)
    Dieses zweite Stück ist uns dann ein klein wenig besser geglückt. Dennoch war die Stimmung gedrückt. Das müssen wir beim nächsten Mal unbedingt besser hinbekommen.
    Fazit: das Spielen vom Blatt ist immer eine gute Übung.

  13. 30. Saxstunde (20.12.)
    In dieser Unterrichtsstunde haben wir uns wieder mit der “Jazzmethode für Saxophon” von O’Neill beschäftigt – sie soll demnächst abgeschlossen werden, um auch meinen Notenstapel im Saxophonkoffer etwas zu reduzieren.
    Am Anfang habe ich einige Übungen mit hohen und höchsten Noten in dem Heft absolviert. Dann habe ich “Oh When the Saints Go Marching In” einige Male gespielt. Ziele waren (in der Reihenfolge der Durchgänge): saubere Griffwechsel, stabile Stimmung, richtige Stimmung, nachvollziehbare Phrasierung, schöne Töne.
    Danach war noch einmal der Tango “Endless Night” mit Playback dran. Nach drei Durchgängen, in denen es insbesondere um die Verbesserung meiner Phrasierung ging, galt der Titel als „abgenommen“.
    Ähnlich war es mit “Euphrates”. Da konnte ich mich bei den Improvisationsteilen voll ausleben. Letztendlich sind aber auch dabei für den Hörer nachvollziehbare Phrasen zu bilden. Das schien mir beim dritten Durchgang ganz gut geglückt zu sein.
    Zum Abschluss der Stunde kam noch etwas ganz anderes: Wir haben zusammen mal wieder ein Duett aus der alten Schule des Studio Dresdner Tanzsinfoniker (vom VEB Deutscher Verlag für Musik Leipzig 1974, anknüpfend an die “Rhythmisch-stilistischen Studien”) vom Blatt gespielt; die Nr.7. Die Noten quasi während des Spielens zu lesen und umzusetzen hat schon ganz gut funktioniert. Allein bei der Rhytmik habe ich mich etwas schwer getan. Dennoch haben wir es zuletzt einmal gerade so eben durchgespielt.

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