Im Wechsel der Akkorde
Dienstag, 18. November 2008

Komponierhilfe gesucht…

Schon seit geraumer Zeit (und insbesondere seit ich einen zweiten Wohnsitz habe) kam bei mir der Wunsch nach einem leicht transportierbaren Keyboard mit Begleitautomatik auf, mit dem ich an Akkordfolgen, Melodien und deren Zusammenspiel basteln könnte ohne gleich das ganze Heimstudio einschalten zu müssen. Viel Geld wollte ich dafür nicht gerade ausgeben. Trotzdem sollte die Klangqualität ansprechend sein und die Verwendung als weiterer Klangerzeuger im Heimstudio nicht in Frage stehen. Die verfügbaren Rhytmen/Styles sollten einigermaßen modern (auf Wiener Walzer könnt ich sogar glatt verzichten) und vielleicht „skalierbar“ sein, d.h. wählbar zwischen sparsameren und opulenteren Begleitungen. Lieber keine Lautsprecher als so ein Tischhupen-Kompromiss. Nach den obigen Kriterien war zu vermuten, dass entweder ein Gebrauchtkauf durchaus in Betracht kommt oder gar mein Wunsch – insbesondere im Hinblick auf das Budget – unerfüllbar bleibt.

Zwei erfolglose Anläufe hatte ich dazu bereits vor einiger Zeit unternommen, als ich mich letzten Donnerstag zu einem erneuten solchen aufraffte. Da ich mich kenne, habe ich mir vorsichtshalber ein Budgetlimit von 300 Euro gesetzt. Vorbereitend hatte ich mich über die aktuelle Marktsituation bei Einsteigerkeyboards informiert, aber auch Gebrauchtmarktpreise älterer Top-Keyboards wie z.B. Technics KN-2000/5000/6000 studiert. Hilft aber alles nichts, wenn man es nicht anfassen und hören kann. Und so habe ich in meinem Musikladen eine gewisse Spannbreite untersucht. Mit dabei waren die Yamaha-Modelle PSR E313, E413, 450 und S550 und ein gebrauchtes Casio CTK-800. Ausserdem stand da noch ein gebrauchtes PSR 8000 herum. E313, E413 und CTK-800 habe ich dann wegen der Klangqualität für mich aussortiert. Damit hatte ich dann auch mein Budgetlimit verlassen, so dass alles weitere nur noch informativen Charakter haben konnte. Das S550 fand ich überzeugend aber zu teuer. Das PSR 450 war nicht sooo schlecht, preislich allerdings auch schon über dem Limit. Mit dem PSR 8000 bin ich eigentlich schnell warm geworden, obwohl die Sounds und Styles ein bisschen angestaubt wirkten – aber das hätte für mich funktioniert. Allerdings wollte ich den aufgerufenen Preis für ein 10 Jahre altes (elektronisches) Instrument auch nicht zahlen (Festplatte hin oder her) und der Händler konnte (oder wollte) da nichts heilen.

Eigentlich hatte ich mich ja auch auf den Roland GW-7 gefreut, weil die reine Produktbeschreibung interessant klang und das Teil bei diesem Händler auf der Internetseite gelistet war. Stand aber leider nicht mehr im Laden. „Ja, Internetseite müssten wir auch mal wieder aktualisieren…“ Ahh so. Meine Schlussfolgerung aus diesem Besuch: Neukauf fällt aus, da ich mit der Klangqualität in dieser Preisklasse nicht leben möchte. Blieb alternativ nur noch der Gebrauchtkauf und so zog es mich tief in die „Bucht“… Mich ließ das Roland GW-7 nicht mehr los und es liefen gerade zwei Versteigerungen. Wenn man es nur mal irgendwo ausprobieren könnte… Ich fand dann auf der Roland-Seite noch zwei Demonstrations-Videos, die meinen bisherigen positiven Eindruck bestätigten. Und dann habe ich es gestern einfach getan. Preislimit um die Versandkosten reduziert, 10 Sekunden vor Toreschluss geboten und die Versteigerung gewonnen…
Na gut, jetzt muss das gute Stück nur noch bei mir ankommen. Da mein Preislimit noch nicht mal ausgereizt wurde sehe ich gute Chancen das Teil mit geringem (oder sogar ohne?) Verlust wieder loszuwerden, falls es meine Erwartungen doch nicht erfüllt. In jedem Fall möchte ich Euch meine Erfahrungen nicht vorenthalten und werde an dieser Stelle berichten. Hier noch kurz ein paar Daten zum GW-7:

– 61 anschlagdynamische Tasten
– 64 Stimmen Polyphonie
– Parts: 16 + Keyboard Part
– 32 MB (entsprechend 16-bit Linear-Format) Wellenform-Speicher
– Presets: 576 + 256 (GM2) Tones, 37 + 9 (GM2) Drum Sets, 101 Performances
– User-Speicher: 128 Sounds, 16 Drum Sets, 32 Performances
– Effekte: Multi-FX 47 Typen, Reverb 8 Typen, Chorus 8 Typen
– Begleit-Spuren: Tempo 20 bis 250 BPM, 16 Spuren
– 16-Spur Recorder Modi: 4 Easy Modi (ALL, Keyboard, Single, Punch In/Out)
– 101 Styles Preset-Speicher, 99 Styles User-Speicher
– 99 Songs
– Band-Typen: 3 Stufen (Drum & Bass, Combo, Full Band)
– USB Datenübertragung
– Regler: D Beam Controller, Pitch Bend/Modulation Lever, 2 Control-Regler
– Display: Custom LCD, beleuchtet
– Anschlüsse: Out (L/MONO, R), Kopfhörer, MIDI (IN, OUT), Hold Pedal, Control Pedal, USB
– Größe und Gewicht: Breite 1045 mm, Tiefe 320 mm, Höhe 86 mm, Gewicht 5,0 Kg

siehe auch:
angetestet: Roland GW-7
angetestet 2. Teil: Roland GW-7
angetestet 3. Teil: Roland GW-7

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