Im Wechsel der Akkorde
Samstag, 25. Juni 2011

Willkommen Expression Tenorsaxophon

Eigentlich wollte ich diese gebrauchte Kanne nicht unbedingt haben – zumindest nicht um jeden Preis. Aber dazu sind Versteigerungen ja da. Weil mein moderates Gebot nicht überboten wurde, habe ich die Auktion gewonnen und das Ding nun am Hals ;-).
Allerdings war ich sehr wohl auf der Suche nach einem möglichst preiswerten Backup für mein Sequoia Lemon Tenorsaxophon. Für den Fall, dass ich mein Lemon mal zur Reparatur geben muss, brauche ich ein Ersatzinstrument zur Überbrückung. Das ist mir klar geworden, als ich das Lemon wegen der Anpassung des S-Bogens zu ToKo schicken musste. Eine Woche ohne Saxophon geht ja nunmal garnicht.

Dabei habe ich ganz bewusst Ausschau nach gebrauchten Instrumenten aus Taiwan gehalten, deren oft ambitionierte Qualität sich vielleicht noch nicht in der allgemeinen Wahrnehmung der Marke wiederspiegelt. Nach meiner ganz persönlichen Meinung müsste dort das Preis-/Leistungsverhältnis am besten ausfallen. Die grundsätzlichen Risiken des Gebrauchtkaufs ohne vorheriges Anspielen sind dadurch natürlich nicht aussen vor.

Bei meinem ersteigerten Tenorsaxophon handelt es sich um ein ziemlich frühes Instrument von Expression. Es wurde wohl noch vor dem Erscheinen der Pro2000-Serie gebaut, welche als der Beginn einer zuverlässigen Qualität bei Expression gesehen werden kann. Die Ausstattung war aber auch davor schon durchaus gut, z.B. mit Metallresonatoren in den Polstern.

Mein Exemplar wirkt sehr gepflegt. Es sind keinerlei Dellen und grobe Kratzer zu finden. Nach allem, was ich an dem Instrument bisher erforschen konnte, müsste es dicht sein. Jedenfalls ist die Ansprache durch alle Register ganz akzeptabel.
Das Instrument wurde wohl häufig bespielt. Die Mechanik ist zum Teil schon leicht klapprig und der S-Bogen-Kork ist vom aufgesetzten Mundstück ziemlich eingedrückt. Die intensive Nutzung des Instruments muss m.E. kein schlechtes Zeichen sein – wer spielt schon gern auf einem schlechten Saxophon. Wirklich getan werden muss etwas an der Einstellung – der Federdruck ist an einigen Klappen spürbar unterschiedlich.

Die Action ist auf diesem Instrument generell eine gänzlich andere und verlangt mir eine Umgewöhnung ab. Gegenüber dem Sequoia Lemon wirkt sie auf mich viel grober, nicht so filigran und geschmeidig. Die Finger benötigen etwas mehr Kraft. Auch die Intonation ist etwas anders (aber nicht problematisch) und fordert in den ersten Stunden meine Aufmerksamkeit.

Der Klang des Instruments war für mich allerhöchstens nebensächlich – ein Sax in Goldlack eben… Aber er gefällt mir recht gut, ziemlich voll und rund, irgendwie edel. Die klanglichen Unterschiede zwischen den Sax-Korpussen sind meiner Meinung nach aber ohnehin nicht so groß, wie sie zum Beispiel bei unterschiedlichen Mundstücken sein können. Ich habe das Expression nur mit meinem Super Tonemaster gespielt.

Nach einigen Einspielstunden muss ich sagen, dass ich mit dem Expression sehr gut zurecht komme. Einen etwaigen Ausfall meines Sequoia Lemon kann ich damit in jedem Fall überbrücken.

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