Im Wechsel der Akkorde
Freitag, 27. Mai 2011

Willkommen Otto Link Super Tonemaster 7* CR (MPC)

Mit meinen beiden auf dem Tenorsaxophon bisher gespielten Mundstücken (Expression 6* und Otto Link RG 7*) konnte ich eine große Breite verschiedener Klangnuancen und Spielarten abdecken. Jedes Mundstück hat bei mir seine Stärken, aber auch Schwächen.

Das Expression 6* macht mit recht großer Kammer einen runden, dunklen Ton und spricht vor allem in den tiefen Lagen sehr gut an. Ich kann es aber nicht sehr laut spielen und in den oberen Lagen ist es eher etwas matt und ab dem f“‘ habe ich Schwierigkeiten die Töne überhaupt zu spielen.

Ganz anders das Otto Link RG 7*: in den hohen Lagen geht es richtig los und mit schönem Strahl. Es hat für mich einen angenehmen Blaswiderstand und bei der Lautstärke gibt es fast keine Grenze. Von den Klangnuancen her ist es sehr vielseitig zu gebrauchen – von voll und rund bis spitz und schneidend geht alles. Leider sprechen bei mir die tiefen Lagen nicht mehr so einfach an, vor allem piano nicht.

In beiden Fällen ist das natürlich nur meine persönliche Einschätzung darüber, wie es bei mir funktioniert. Sie könnte bei einem anderen Saxophonisten auch gänzlich anders ausfallen. Durch die unterschiedliche Bahnöffnung benötige ich für beide Mundstücke verschieden starke Blätter. Vom Gefühl im Mund her mag ich das Metallmundstück lieber. Es ist kleiner und die Rückmeldung über die oberen Zähne ist stärker und irgendwie angenehmer.

Der Wechsel zwischen den Mundstücken ist eigentlich einfacher als ich gedacht hätte. Nach ein paar Umgewöhnungsminuten konnte ich auf dem jeweils anderen gut weiterspielen. Aber mit jedem Wechsel des Mundstücks ist ein Stimmen des Instruments fällig und was passiert erst, wenn ich beide Eigenschaften in einem Titel benötige?

Also habe ich doch noch einmal weiter gesucht, ob es nicht ein (vorläufiges) Allround-Mundstück für mich gibt, mit dem ich alles einigermaßen hin bekomme. Im Moment scheue ich noch die Reise in ein gut sortiertes Holzblasinstrumentenstudio mit breitem Mundstückangebot; mein Saxophon im Gepäck um verschiedene Modelle anzuspielen und eines auszuwählen. Ich habe das Gefühl, dass ich erst nach längerem Spielen wirklich einschätzen kann, wie gut ich mit einem Mundstück klar komme. Außer natürlich, es geht gar nicht…

Meine erste Anlaufstelle für ein Mundstück ist daher der „Musikalienhändler“ eBay nach dem Prinzip „Versuch und Irrtum“. Aber gebraucht gekaufte Mundstücke lassen sich meiner Meinung nach auch wieder für einen ähnlichen Preis verkaufen, solange sie in Ordnung sind. So zumindest meine Hoffnung.

Ich habe dann ein gebrauchtes Otto Link Super Tonemaster 7* ersteigert, das von Kay Siebold auf Bahn 8 refaced wurde. Das Mundstück ist aus Bronze gefertigt und wurde anschließend vergoldet. Gerade das Refacing fand ich sehr interessant. Herr Siebold selbst vertritt hier die Auffassung, dass die Otto Link Mundstücke sehr gut sind, aber durch Toleranzen in der Fertigung noch optimiert werden können. Laut vorherrschender Meinung im Internet versteht Kay Siebold jedenfalls sein Handwerk.

Da ich den direkten Vergleich nicht habe, kann ich dazu allerdings nichts sagen. Was ich aber sagen kann ist, dass scheinbar genau dieses Mundstück die Stärken meiner beiden bisherigen Mundstücke vereint. Mit einer großen Kammer hat das Super Tonemaster einen dunklen, warmen und sonoren Grundsound, der mir sehr gut gefällt. Es ist aber auch ein recht großer Ton, wie ich ihn am ehesten mit Metallmundstücken verbinde. Von den Klangmöglichkeiten her ist es recht vielseitig, was gleichzeitig auch ein Problem für mich darstellt, denn dieser Ton möchte erst einmal vernünftig kontrolliert werden. Man wächst mit seinen Aufgaben…

In den unteren Lagen spricht es sehr gut an. Na gut, vielleicht nicht ganz genau so gut wie das Expression 6*, aber jedenfalls besser als das Otto Link RG 7*. In den hohen Lagen ist es komfortabel zu spielen, hat aber nicht den schönen Strahl meines bisherigen Metallmundstücks. Lautstärke ist im Grunde kein Problem. Allerdings ist dann der Luftverbrauch enorm hoch. Wichtiger ist mir jedoch, dass es piano gut funktioniert. Von der Intonation her werde ich auch vor keine (zusätzlichen) Probleme gestellt. Alles in allem ist das jetzt mein neues „Immerdrauf“-Mundstück. Meine Einschätzung basiert aber auch nur auf vier Stunden Spielzeit. Mal sehen, wie es in zwei Monaten aussieht.

Als Blattschraube benutze ich hier eine Rovner Star Series SS-1M (die dafür fast ein bisschen eng ist) und als Blatt funktioniert ein Vandoren jaZZ 2,5 bei mir ganz ordentlich, oder noch besser: ein Hemke.

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Reaktionen zu “Willkommen Otto Link Super Tonemaster 7* CR (MPC)” (eine)

  1. Bei der Blattschraube bin ich jetzt auf die Rovner Star Series SS-2M gewechselt. Die passt deutlich besser.

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