Im Wechsel der Akkorde
Samstag, 07. Mai 2011

Willkommen B&S Series 2001 Altsaxophon

Mein Hauptinstrument ist ja nun das Tenorsaxophon. Wozu brauche ich also ein Altsaxophon? Zunächst einmal finde ich den Wechsel zwischen beiden Instrumenten recht unproblematisch. Warum nicht neben dem Tenor noch hin und wieder ein Alt spielen?
Außerdem: wenn man auf ein Angebot für ein B&S Series 2001 Altsaxophon trifft, kann man nicht einfach so vorbeigehen, als wäre nichts passiert (meine persönliche Meinung). Interessant wäre für mich vielleicht auch das gleiche Modell als Tenorsaxophon. Oder gleich eine Medusa…

Zwar habe ich auch schon ein Altsaxophon (ebenfalls B&S, aber noch Made in GDR (blue label), vintage sozusagen), aber das wird von einem Familienmitglied regelmäßig genutzt.

Auf das B&S Series 2001 bin ich durch eine Anzeige auf der Kleinanzeigenplattform Findix.com gestoßen. Es handelte sich dabei wohl um die „klassische Geschichte“: Nach dem Entschluss, Saxophon spielen zu lernen, muss ein Instrument her und es folgen ein paar Jahre intensiven Übens. Danach schläft die Sache dann (meistens aus Zeitmangel) irgendwie ein und das Instrument steht nur noch rum.

Wie auch immer; das B&S Series 2001 wurde als nahezu neuwertig angeboten und das trifft auch im Wesentlichen zu. Zumindest wurde es sehr pfleglich behandelt, denn es findet sich kaum ein Kratzerchen im Lack. Gespielt wurde es allerdings auch, denn einige Filze sind abgenutzt (einen Deckungsfehler habe ich gesehen) und der S-Bogen-Kork ist schon ordentlich zusammengedrückt und muss erneuert werden. Das Instrument muss in jedem Fall richtig eingestellt werden. Die notwendigen Arbeiten werde ich sicher bei ToKo in Pinneberg machen lassen.

Das Saxophon ist (laut Vorbesitzer) Baujahr 1996. Um das Instrument besser einordnen zu können, habe ich ein bisschen gegoogelt. Recht kompakt kann man die (im Jahr 2005 leider abgeschlossene) Geschichte der B&S-Saxophone auf Saxwelt.de nachlesen. Interessanter war ein Artikel aus dem Jahr 1997 von Klaus Dapper, den ich bei Mike Duchstein gefunden habe.
Demnach war die Serie 2001 die Profiserie bei B&S (the professional line) in Abgrenzung zu den sicherlich auch sehr guten Schülerinstrumenten der Serie 1000 (the student line). In einem Händlerinformationsblatt aus dem Jahr 1996 verweist B&S auch darauf, dass auf der gleichen Werkbank die sehr exklusiven Dave Guardala Saxophone durch B&S gefertigt werden.

Wie klingt nun das Saxophon? Zum Testen konnte ich zunächst auf mein LaVoz-Mundstück zurückgreifen. Das mitgelieferte Mundstück musste ich erst einmal entkeimen. Das LaVoz ist nicht sehr offen, hat aber funktioniert. Allerdings habe ich das LaVoz nach dem Vergleich mit dem mitgelieferten (Ernst Schreiber-) Mundstück (mit „6“ bezeichnet und etwas offener) gleich zur Seite gelegt. Da ging doch richtig die Sonne auf.

Ich würde den Klang als satt, strahlend, erhaben und definiert beschreiben. Fast schon zu schön für Jazz. Die Intonation ist für mich unproblematisch – ich habe jeden Ton mit dem Stimmgerät gecheckt. Das Sax spricht auch vernünftig an (außer in dem Bereich wo sich der Deckungsfehler auswirkt). Der Anblaswiederstand ist nicht zu leicht, eher angenehm spürbar. Das mag ich sehr.
Die Ergonomie des Saxophons empfinde ich als gut, besonders haben mir die leichten Vertiefungen in den (echten) Perlmuttknöpfen gefallen. Dadurch finden die Fingerspitzen sofort an den richtigen Platz. Die Mechanik arbeitet sehr definiert und leise. Kein toter Gang und kein Klappern. Hier kann man die Qualität des Instruments sehr gut spüren. Im ersten Moment erschienen mir die Federeinstellungen recht straff. Das muss aber kein Nachteil sein. Zumindest sind sie – soweit ich das festgestellt habe – gleichmäßig.

Fazit: wenn es von ToKo zurückkommt, wird das ein tolles Instrument sein!

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