Im Wechsel der Akkorde
Sonntag, 13. Februar 2011

Willkommen Sequoia Lemon Tenorsaxophon

Wie im hobbyistischen Ausblick schon erwähnt, wird das Tenorsaxophon künftig mein Hauptinstrument sein. Das vom Konservatorium Cottbus geliehene Jupiter JTS-787 GL erwies sich trotz der mitgenommenen Optik und klapprigen Mechanik als durchaus gut bespielbar. Dennoch habe ich mich gleich nach einem eigenen Instrument umgesehen.

Dabei habe ich versucht, die Schülerinstrumente zu ignorieren und knapp über die Mittelklasse hinweg zaghaft in Richtung Profisegment zu schielen. Nicht etwa deshalb, weil ich mich für einen Profi halte – im Gegenteil: ich trage klar und stolz den Status „Anfänger“ (immerhin habe ich noch nie vorher ein Tenorsaxophon gespielt).
Aber gerade als Anfänger bin ich dankbar, wenn ich die Fehler ganz bei mir suchen und das Equipment dabei ausschließen kann. Außerdem soll mich das Instrument eine ganze Weile zuverlässig begleiten und bei entsprechendem Übungsfortschritt nicht in meinen Möglichkeiten limitieren.

Meine persönliche Preisobergrenze habe ich mit 2k€ festgesetzt. Sequoia Lemon TenorsaxophonEinen Gebrauchtkauf habe ich in diesem Fall für mich ausgeschlossen, da ich den Zustand und den Wert eines gebrauchten Saxophons vor allem in diesem Preisbereich überhaupt nicht einschätzen kann.

Ganz bewusst habe ich dann nach einer Marke abseits der heutigen großen 4 (Keilwerth, Selmer, Yamaha, Yanagisawa) gesucht. Zum einen sollte es eine Marke mit eher geringerer Verbreitung sein (etwas Besonderes sozusagen) und zum anderen habe ich gehofft, dass ich bei einer weniger etablierten Marke etwas mehr Saxophon für mein Geld bekomme. Ich dachte zum Beispiel an Marken wie Cannonball, System 54, P.Mauriat oder Brancher (um nur einige zu nennen).

Außerdem wollte ich beim Klang des Saxophons meine Vorliebe für den jazzigen, amerikanischen Sound berücksichtigen. Ich würde diesen Sound am ehesten mit breit, warm, farbig und kernig beschreiben. Jedenfalls nicht als scharf, hart oder hell.

Bei meiner Suche bin ich dann auf Sequoia aufmerksam geworden. Die Informationen waren sehr spärlich, kaum ein deutscher Händler hat sie im Angebot, im Internet kann man sie erst recht nicht kaufen. Das hatte mein Interesse geweckt.
Die Geschichte dieser Marke in der Kurzfassung ist in etwa, dass der deutsche Marcel Jansen und der italienische Roberto Buttus (beides erfahrene Saxophonreparateure) sich im belgischen Welkenreadt niedergelassen haben, um Saxophone ganz nach ihren Vorstellungen in Taiwan fertigen zu lassen und die Einstellungen dann in Belgien selbst vorzunehmen.

Die wenigen Erfahrungsberichte zu Sequoia-Saxophonen im Internet haben durchaus Mut gemacht, denn sie waren sehr positiv (z.B. hier von Markus Zaja). Also habe ich beschlossen, ein Sequoia zu probieren. Einer der wenigen Händler, der Sequoia-Saxophone vertreibt, ist ToKo (Torsten Köhler) in Pinneberg. Ursprünglich wollte ich ein Sequoia booster bestellen, aber das sollte erst Ende März wieder lieferbar sein. Außerdem riet mir ToKo bei meinen Soundvorstellungen eher zum Lemon.
Auch Tobias Haecker, der das Saxblog SAXOPHONISTISCHES betreibt und mit Sequoia-Saxophonen schon Erfahrungen gesammelt hat, war eher vom Lemon überzeugt.

Also habe ich mir ein Sequoia Lemon Tenorsaxophon bestellt. Dabei handelt es sich um ein Instrument mit unbehandeltem Messing-Korpus (unlackiert) und Mechanik mit Goldlack. Ich freue mich schon darauf, dass der Korpus nachdunkeln und eine individuelle Färbung annehmen wird.

Schon beim ersten Anspielen war ich sehr begeistert. Leichte Ansprache, hohe als auch tiefe Töne sind ohne Verzögerung sofort da. Das macht richtig Spaß. Zu den meisten anderen Aspekten kann ich nichts sagen, da mir dafür die Erfahrung fehlt.

Um mehr Sicherheit darüber zu bekommen, ob das Sax sein Geld wert ist, habe ich mich Hilfe suchend an einen Profi gewandt (der Saxophonist aus Jazz im Diesel). Freundlicher Weise war er so nett und hat sich die Zeit genommen, das Instrument einmal anzuspielen. Er konnte dem Instrument eine gute Intonation (außer e“‘ und f“‘, die waren durch den recht weiten Klappenaufgang zu hoch) und eine gute Ergonomie bescheinigen. Besonders gut fand er, dass auch die High-Tones unverzögert ansprachen. Er meinte, dass ich mit dem Instrument nichts falsch machen kann. Und während er gespielt hat, habe ich immer gedacht: wow, was für ein toller Sound!

Ob das Sequoia Lemon Tenor nun ein Profiinstrument ist oder nicht, kann ich nicht sagen und es steht auch nicht auf dem Etikett. Ist für mich aber auch nicht weiter relevant, denn ich gebe es nicht mehr her.

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Reaktionen zu “Willkommen Sequoia Lemon Tenorsaxophon” (3)

  1. Ein schöner Testbericht. Freut mich, dass dir das Lemon so gut gefällt.

    Übrigens hat sich die Adresse meiner Homepage geändert. Vielleicht magst du das korrigieren.

    http://saxophonistisches.de/

    Viele Grüße
    Tobias

  2. Hallo Tobias,
    Deinen Homepage-Umzug habe ich natürlich mitbekommen.
    Jetzt habe ich auch die Verlinkungen in meinem Artikel aktualisiert.
    Vielen Dank für den Hinweis.

    Beste Grüße,
    Frank

  3. Monika Kerschbaum

    Hallo, ich habe ein Conn 10M Tenor und seit Weihnachten ein im eBay ersteigertes Sequoia Lemon Sopran. Ich habe in den 80er Jahren Musik studiert und spielte bis vor 4 Jahren Trompete, seitdem intensiv Saxophon. Ich bin Laie und habe so meine Schwierigkeiten mit der Geschwindigkeit der linken Hand. Da kann aber kein Instrument was dafür.

    Ich las oft, dass Sporansaxophone eine schwierige Intonation hätten. Das kann ich beim Sequoia nicht bestätigen. Es spielt sich sehr genau, ohne, dass ich den Eindruck habe, dass ich Töne in die eine oder andere Richtung drücken muss. Es kann sein, dass ich durch fast 40 Jahre Trompetenspiel sehr intuitiv korrigiere, aber wie gesagt, ich habe den Eindruck, dass das Instrument einfach sehr genau ist.

    Ich habe mir nun ein Selmer Concept Mundstück dazu bestellt und finde nun, dass sich das Sequoia so einfach spielen lässt wie eine Blockflöte.

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